Spekulationen auf ein weiter hohes Überangebot haben am Montag die Öl-Preise unter Druck gesetzt. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 55,50 Dollar, US-Leichtöl WTI um fast drei Prozent auf 50,21 Dollar. Noch vor einer Woche war das an den Finanzmärkten führende Öl aus der Nordsee in Richtung der 60-Dollar-Marke unterwegs.

Die Analysten der Commerzbank verwiesen auf technische Faktoren, die mit dem Wechsel der Terminkontrakte zusammenhingen. So war am Montag erstmals der Dezember-Kontrakt beim Brent massgeblich. Dazu geselle sich eine höhere Opec-Produktion im September und die Aussicht auf einen weiteren Produktionsanstieg in den USA, schrieben die Analysten.

Höchster Stand seit 1970

Händler nannten vor allem eine am Freitag veröffentlichte Umfrage von Reuters als Grund für die Verkäufe, wonach die Opec im September mehr Öl gefördert hat. Zudem wurden in der vergangenen Woche in den USA dem Dienstleister Hughes Baker zufolge erstmals seit August wieder mehr Ölbohrungen in Betrieb genommen, was die US-Förderung anschieben dürfte.

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«Wir gehen davon aus, dass diese noch im Herbst mit über 9,6 Millionen Barrel täglich auf den höchsten Stand seit 1970 steigen wird», erklärten die Commerzbank-Analysten. Der Preisanstieg in der vergangenen Woche sei stark spekulativ getrieben gewesen. Anleger hatten mit einem allmählich doch sinkenden Überangebot gerechnet.

(reuters/mbü)