Die Resultate des Schweizer Lebensversicherers Swiss Life zum 1. Quartal 2008 bergen laut Georg Marti, Analyst der Zürcher Kantonalbank, zwar «keine Überraschungen». Dennoch hat die Börse negativ reagiert und die Papiere und am Dienstag mit bis zu 3% abgestraft. Hauptgrund ist das Geschäftsvolumen, das sich in den ersten drei Monaten gegenüber der Vorjahresperiode um 3% verringert hat, und zwar von 6,8 Mrd Fr. auf 6,6 Mrd Fr.

Viktor Dammann, Analyst bei der Bank Vontobel, spricht Klartext: «Die Prämienentwicklung entspricht nicht den Erwartungen.» Die Bank hatte mit einem Wachstum des Volumens von 6% gerechnet. Namentlich im Schweizer Markt war der Rückgang augenfällig. Hier gingen die Einnahmen nach einem starken Wachstum im Vorjahr um 8% auf 4,3 Mrd Fr. zurück. Swiss Life führt dies darauf zurück, dass die Prämien teilweise gesenkt wurden und einzelne Grosskunden sich in der beruflichen Vorsorge im vergangenen Jahr für eine autonome Lösung entschieden hätten. Zudem haben die Turbulenzen an den Finanzmärkten den Verkauf von Lebensversicherungen nicht gefördert.

Anders sieht das Bild im Auslandsgeschäft aus, wo der Prämienanstieg 9% auf 2,3 Mrd Fr. betrug. Besonders in Liechtenstein im Geschäft mit vermögenden Privatkunden nahm das Volumen in den ersten drei Monaten 2008 von 95 Mio auf 275 Mio Fr. zu. Eine ähnlich positive Entwicklung erhofft sich der Lebensversicherer mit seiner neu eröffneten Filiale in Singapur. Ermutigend ist auch die Entwicklung in Frankreich, wo trotz eines rückläufigen Markts die Prämieneinnahmen um 3% auf 1,4 Mrd Fr. zulegten.

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Laut CEO Rolf Dörig ist die Swiss-Life-Gruppe in einem anspruchsvollen Marktumfeld gut ins Geschäftsjahr gestartet. «Trotz des leichten Rückgangs beim Prämienvolumen ist der Wachstums-trend ungebrochen», so Dörig. Es gebe daher keinen Anlass, die Zielsetzungen anzupassen. Swiss Life will den Gewinn pro Aktie bis 2012 um jährlich mindestens 12% steigern und zählt dabei auf den Input seitens des kürzlich übernommenen Finanzdienstleisters AWD. Die Mehrheit der Analysten beobachtet die weitere Konzernentwicklung und Integration von AWD vorderhand abwartend. Die Bandbreite der von ihnen anvisierten Kursziele erstreckt sich von 273 Fr. (Kepler Research) bis 370 Fr. (Helvea).