Ein zur Stärke neigender Dollar werde Unternehmen in Schwellenländern vor grosse Herausforderungen stellen, ist in diversen Medien und Analysen zu lesen. Erschwerend hinzu komme die Unsicherheit bezüglich der US-Politik nach der Wahl von Donald Trump.

Das mag zutreffen, doch ablesbar an der Marktentwicklung ist das nur ­bedingt: Die meisten Schwellenländer-Aktienbörsen entwickelten sich innert ­eines Jahres äusserst erfreulich und auch im Januar notierten viele Indizes grün.

Dollar chronisch überschätzt

An den grösseren Märkten kam es 2017 lediglich in Russland und Saudi-Arabien zu kleinen Kursverlusten. Doch die Aussichten sind vielerorts intakt (siehe Boxen). Und Carlos von Hardenberg von Franklin Templeton erklärt, weshalb es sich lohnt, wider den Home-Bias zu ­investieren. So sei die Verschuldung der Unternehmen und Haushalte viel tiefer als in den Industrienationen und die Finanzierungsmöglichkeiten in lokalen Währungen hätten sich verbessert. Der Einfluss des Dollars wird daher chronisch überschätzt.

Nach den Avancen der vergangenen Monate scheinen Aktien eher als Anleihen anfällig für Korrekturen. Schweizer Anleger bauen Positionen besser periodisch und breit diversifiziert über aktiv verwaltete Fonds mit lokal gut vernetzten Analystenteams auf als mit passiven In­strumenten. Stockpicking bringt in weniger entwickelten Märkten tatsächlich Mehrwert – auf mittlere Frist bestimmt. Wer langfristig, sprich zehn oder mehr Jahre investiert bleiben will, kann das zu tieferen Gebühren auch indexiert tun.

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