1. Home
  2. Invest
  3. Der SMI knackt die Schwelle von 9200 Punkten

Anstieg
Der SMI knackt die Schwelle von 9200 Punkten

Schweizer Börse: Der Leitindex steigt deutlich an. Keystone

Die Schweizer Börse legt am Donnerstag kräftig zu: Fast alle SMI-Aktien steigen deutlich. Für gute Stimmung sorgt insbesondere die Europäische Zentralbank.

Veröffentlicht am 26.10.2017

An der Schweizer Börse haben die Kurse am Donnerstag nach dem Kurswechsel der Europäischen Zentralbank (EZB) kräftig angezogen und den Einbruch vom Vortag wettgemacht. Auch gute Firmenabschlüsse hellten die Stimmung auf. Angeführt wurde die Erholung von den Finanzwerten. Der Leitindex SMI stieg um 1,3 Prozent auf 9200 Punkte und damit über die charttechnisch wichtige Marke von 9150 Zählern.

Nach vielen Jahren im Krisenmodus wagt die EZB einen vorsichtigen Kurswechsel. Im Zuge der deutlich verbesserten Konjunktur drosseln die Euro-Wächter ab Januar ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe. Das Programm wird zwar bis mindestens Ende September 2018 fortgesetzt, das monatliche Volumen aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. EZB-Chef Mario Draghi habe den schwersten Teil des Tapering-Prozesses – nämlich die Ankündigung als solche – hinter sich gebracht, ohne jemanden auf die Füsse zu treten, sagte Patrick O'Donnell von Aberdeen Standard Investments.

Swiss Re und Zurich im Hoch

Vor allem die Finanzwerte reagierten mit kräftigen Kursgewinnen. Denn höhere Renditen bedeuteten bessere Verdienstmöglichkeiten und Margen. Versicherungstitel schossen nach oben: Swiss Re gewann 3,5 Prozent an Wert, Zurich 2,6 und Swiss Life 2,3 Prozent. Bei den Banken waren die Aktien der UBS am Tag vor der Quartalsbilanz um 0,8 Prozent höher und die der Credit Suisse um 0,6 Prozent.

Gefragt waren auch Anteile zyklischer Firmen: Die ABB-Aktien zogen 2,3 Prozent an. Wachstumsmärkte wie Roboter und Ladestationen für Elektrofahrzeuge geben dem Elektrotechnikkonzern Schub. Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal um acht Prozent auf 8,16 Milliarden Dollar und der Gewinn um ein Prozent auf 571 Millionen Dollar. Der Konzern schnitt damit besser ab, als Analysten erwartet hatten. ABB rechne kurzfristig mit einem moderaten Marktwachstum.

Zahlen von Lonza kommen gut an

Die Titel von Lonza rückten 3,1 Prozent vor. Der Pharmazulieferer erzielte im dritten Quartal eigenen Angaben zufolge «starke Ergebnisse» und bekräftigte die Jahresprognose. Die Aktien von Sika notierten um 2,1 Prozent höher. Die Bauchemiefirma verbuchte im dritten Quartal Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn. Allerdings äusserte sich Sika auch vorsichtig zu den weiteren Aussichten.

Nach Tagen mit fallenden Kursen stabilisierten sich die schwergewichtigen Pharmawerte: Die Novartis-Aktien zogen ein Prozent an und die Roche-Anteile 0,4 Prozent. Der dritte SMI-Riese Nestlé gewann 1,5 Prozent an Wert. Am breiten Markt reagierten die Aktien des Zahnimplantate-Herstellers Straumann, des Landmaschinen- und Kommunalfahrzeug-Herstellers Bucher sowie des Industriekonzerns Sulzer mit zum Teil kräftigen Kursanstiegen auf gute Quartalsberichte.

VAT deutlich im Minus

Zu den wenigen Verlierern gehörten die VAT-Titel mit 3,5 Prozent Abschlag auf 128 Franken. Grossaktionär Partners Group hat neun Prozent der Aktien zu 127 Franken an institutionelle Anleger verkauft. Die Aktien von Evolva sackten um 7,1 Prozent auf 0,39 Franken ab. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen bietet den Aktionären im Rahmen einer Kapitalerhöhung Titel zu 0,22 Franken an. Evolva will brutto 65 Millionen Franken einsammeln. Landis+Gyr verlor nach dem Halbjahresbericht 5,7 Prozent an Wert. «Das Ergebnis war nicht umwerfend», sagte ein Händler.

(sda/mbü)

Anzeige