Bei der Fussball-WM 2006 hatte die Credit Suisse eine Equity Yield Note mit Bonus-Komponente lanciert, mit der Anleger nicht nur in fünf Sponsoren des Grossanlasses investierten, sondern auch in den Genuss eines Bonus-Coupons kommen würden, wenn die Schweizer Nationalmannschaft mindestens die Viertelfinals erreichen würde. Die Mannschaft scheiterte dann aber im Achtelfinale und das Abenteuer war für Sportler, Fans und Anleger vorbei.

Einige Banken propagieren jetzt wieder solche Fussball- Produkte. Die Landesbank Baden-Württemberg etwa verspricht bei ihrem Express-Zertifikat auf Daimler und Bayer einen Extracoupon von 3% zu den 7%, wenn Deutschland Fussball-Europameister wird. Das in Euro denominierte Produkt läuft bis August 2012 – bis zur nächsten EM in Polen und der Ukraine – und kommt aufgrund der Chancen-Risiko-Konstellation eher schlecht weg.

Zwei weitere Produkte kommen von der Hypovereinsbank. Der Championsbond ist ein kapitalgarantiertes Produkt mit einer Laufzeit von fünf Jahren und verspricht eine Mindestrückzahlung von 106%, wenn eines der neun Länder Europameister wird, in denen die Konzernmutter Unicredito aktiv ist. Pro Jahr winkt eine Rendite von rund 1% und von einem möglichen durchschnittlichen Kursanstieg der vier europäischen Basisindizes (Div-Dax, dem österreichischen ATX, dem MIB aus Italien sowie dem CECE-Index, der die mittel-osteuropäischen Länder abdeckt), sehen die Anleger lediglich einen Teil.

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Das Torjäger-Zertifikat aus dem gleichen Haus basiert auf dem Worst-of-Ansatz: Wenn der Dax, der CAC-40 und der MIB am Stichtag nicht weniger als 50% unter dem Ausgangswert notieren, winken 8,5% Rendite pro Jahr. Wenn alle Indizes am Stichtag über 90% stehen, erfolgt eine vorzeitige Rückzahlung mit 8,5% Zins. Der Ausgabeaufschlag ist 1%.

Einen als Garantiezertifikat verbrieften Aktienkorb stellt die Österreichische Volksbank vor und hat dafür die Fussballlegende Hans Krankl als Fernsehwerbeträger gefunden. Das von ihm propagierte Produkt auf Aktien wie Adidas, Coca-Cola, Heineken, McDonalds oder Mastercard weist bei einer Laufzeit von sechs Jahren eine Festverzinsung von 4% auf; der Ausgabeaufschlag von 3% dezimiert gleich den ersten Coupon. Je nachdem, wie sich der Aktienkorb entwickelt, liegt eine Gesamtverzinsung von 7% drin. Mit den 3% extra wird der Anleger für eine möglicherweise entgangene Performance und die Sicherheit über sechs Jahre entschädigt. Ebenfalls aus Österreich kommt ein von der Wiener «Wirtschaftsblatt»-Redaktion angeregtes –, bereits vor einem Jahr lanciertes Europa-Champion-Bonus-Capped-Zertifikat (Kürzel SDL298). Der Bonus-Puffer von 25% war für die relativ kurze Laufzeit ausreichend bis komfortabel befunden worden. Tatsächlich ging die Sache bis diesen März gut, dann erlitten die Börsen einen kurzen Schock und seither ist das Produkt ein Basket-Preistracker, der sich aber seit seinem Tiefstand wieder um 30% erholt hat. Die ausgewählten Basiswerte lassen aber erwarten, dass Anleger per Verfall keine Verluste einfahren dürften.

Keine Schweizer Produkte

In der Schweiz verzichten jetzt die Banken auf die Emission von Fussball-EM-Zertifikaten. Das Credit-Suisse-Produkt stand 2006 unter einem unglücklichen Stern, kommerziell war es kein wirklicher Erfolg. Im Kanton Waadt wurde der Vertrieb untersagt, und die dagegen rekurrierende Grossbank blitzte beim anschliessenden Verfahren ab und musste beim Verwaltungsgericht und später auch beim Bundesgericht die Verfahrenskosten übernehmen.