Im April sind in der Schweiz deutlich mehr Firmen pleite gegangen. Die Zahl der Konkurseröffnungen über zahlungsunfähige Unternehmen stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 18 Prozent auf 340. Von Januar bis März war die Anzahl Firmenpleiten noch rückläufig gewesen.

Insgesamt kam es in den ersten vier Monaten des Jahres zu 1415 Insolvenzfällen, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Freitag mitteilte. Das entspricht einer Zunahme von einem Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Zentralschweiz an der Spitze

Besonders schlecht steht die Zentralschweiz da: In dieser Region mussten in den ersten vier Monaten des Jahres 180 Firmen Insolvenz anmelden, ein Drittel mehr als in der Vorjahresperiode. In der Nordwestschweiz stieg die Zahl der Insolvenzfälle um 17 Prozent auf 173.

Auch in der Ostschweiz nahm die Zahl der Firmenpleiten zu (plus 8 Prozent). Etwa gleich viele Insolvenzfälle wie in der Vorjahresperiode gab es im Espace Mittelland sowie in den Kantonen Zürich und Tessin. Besser sieht es in der Südwestschweiz aus: Die Zahl der Firmenpleiten sank in dieser Region um 19 Prozent.

Zusätzlich zu den 1415 Firmenpleiten wurden schweizweit 482 Unternehmen wegen Organisationsmängeln aufgelöst, 13 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Dabei handle es sich meist um «Karteileichen», schreibt Bisnode.

Weniger Firmengründungen

Die Verunsicherung nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Februar scheint sich bei der Anzahl Firmengründungen zu zeigen: 13'662 Unternehmen wurden in den ersten vier Monaten des Jahres neu ins Handelsregister eingetragen, was einem Rückgang von 3 Prozent entspricht.

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In fast allen Regionen der Schweiz wurden weniger Firmen gegründet, am stärksten im Tessin (-10 Prozent), gefolgt von der Zentralschweiz (-5 Prozent). Die Südwestschweiz verzeichnete als einzige Region einen leichten Anstieg (+1 Prozent).

(sda/dbe/hon)