Aus Unsicherheit über die Zukunft der Deutschen Bank haben Anleger die Aktien des Institutes am Freitag erneut in hohem Bogen aus ihren Depots geworfen. Der Kurs von Deutschlands grösster Bank fiel bei Börsenbeginn am Freitag auf ein Rekordtief von 9,99 Euro.

Die in den USA notierten Anteilsscheine hatten am Donnerstag knapp sieben Prozent verloren, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Rückzug einiger Grosskunden berichtet hatte. Das Geldhaus betonte daraufhin, dass seine Finanzlage solide sei. Die Analysten von JP Morgan taxieren die Kosten für die Beilegung der zahlreichen Rechtsstreitigkeiten auf etwa 5,4 Milliarden US-Dollar.

Lage wird immer komplizierter

Hinzu kämen aber noch die Strafzahlungen für umstrittene US-Immobiliengeschäfte. JP Morgan rechnete mit einer Summe von drei bis vier Milliarden Dollar. Ursprünglich hatten die Behörden 14 Milliarden Dollar gefordert.

Die Deutsche Bank ist an der Börse derzeit umgerechnet etwa 15,5 Milliarden Dollar wert. «Offenbar wird die Lage immer komplizierter», sagte ein Analyst. Er riet dazu, die Kursentwicklung der Credit Default Swaps (CDS) und der Anleihen der Deutschen Bank genau im Auge zu behalten.

(reuters/mbü/chb)