Die Aktien der Grossbanken CS und UBS stehen am Freitag im frühen Handel stark unter Druck. Händlern zufolge strahlen die Sorgen über die Deutsche Bank auf den ganzen Sektor aus. Die US-Regierung legt die Latte bei den Vergleichsverhandlungen mit der Deutschen Bank im Streit um dubiose Hypothekengeschäfte hoch und fordert 14 Milliarden Dollar. Anleger reagierten geschockt und schickten die Aktie des deutschen Finanzinstituts zum Handelsstart um 8 Prozent in die Tiefe.

Für die CS geht es derweil gegen 9.20 Uhr um 4,0 Prozent auf 12,82 Franen nach unten, die UBS Titel geben 1,8 Prozent auf 13,57 Franken ab. Allerdings werden europaweit die Papiere der Branche abgestraft. Der SMI liegt mit 0,1 Prozent im Minus.

«Reine Panikmache»

Händler sprachen in erster Linie von reiner Panikmache – schliesslich liege gegen die beiden Schweizer Grossbanken nichts konkretes vor. Die im Raum stehende Summe von 14 Milliarden Dollar sorge einfach für ein gewisses Unwohlsein, auch wenn man nicht davon ausgehen sollte, dass dieser Betrag auch tatsächlich fällig werde.

So erklärte das Bankhaus selbst: «Die Deutsche Bank beabsichtigt auf keinen Fall, diese möglichen zivilrechtlichen Ansprüche in einer Höhe zu vergleichen, die auch nur annähernd der genannten Zahl entspricht.»

Politische Brisanz

Derweil strich Kepler Cheuvreux die Deutsche-Bank-Aktien in einer ersten Reaktion aus ihrer Empfehlungsliste, da der geforderte Betrag doch deutlich über den Markterwartungen liege. Schwierig mache die Verhandlungen auch die politische Brisanz angesichts der nahen Präsidentschaftswahlen und der jüngsten Forderung der EU-Kommission gegenüber Apple, 13 Milliarden Euro an Steuern nachzuzahlen.

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Letztlich hält es Analyst Jacques-Henri Gaulard zwar für «sehr unwahrscheinlich», dass die Deutsche Bank wirklich 14 Milliarden Dollar zahlen muss. Die Kursentwicklung werde aber unter enormer Unsicherheit leiden bis eine Entscheidung getroffen sei.

(awp/mbü)