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Deutscher Politiker will Flucht aus Afrika bekämpfen

Junger Schneider in Nigeria: Wie findet der Kontinent aus der Dauerkrise. Keystone

CSU-Minister Gerd Müller fordert mehr Investitionen auf dem Kontinent. Es brauche mehr privatwirtschaftliches Engagement um den massiven Immigrationsdruck zu mindern.

Veröffentlicht am 06.01.2017

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat vor einem massiven Immigrationsdruck aus Afrika gewarnt und deshalb zu mehr Investitionen auf dem Kontinent aufgerufen. «Wenn wir unser Asylrecht zur Grundlage nehmen und in Deutschland nicht einmal Konsens darüber besteht, dass Marokko, Tunesien und Algerien sicheres Herkunftsland ist ... dann hätte theoretisch mindestens jeder zweite Afrikaner das Recht auf Asyl in Deutschland, so er denn hierherkommt», sagte der CSU-Politiker.

Das könne nicht die Lösung sein, sagte er am Freitag in Seeon zu Reuters TV am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Wichtig sei deshalb, dass man in der Zusammenarbeit mit Afrika «kurz-, mittel- und langfristige Konzepte» umsetze und Privatinvestitionen sowie fairen Handel fördere. Denn die Bevölkerung Afrikas werde sich bis 2050 verdoppeln. Derzeit liegt sie bei mehr als 1,2 Milliarden.

«Marshall-Plan für Afrika»

Am Donnerstag hatte auch der Chef des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, in Seeon gewarnt, dass die Zahl der Migranten aus Afrika steigen werde.

Müller will übernächste Woche seine Vorstellungen zu einem «Marshall-Plan für Afrika» vorstellen. Afrika ist zudem Schwerpunkt der derzeitigen deutschen G20-Präsidentschaft. Vergangene Woche hatte sich der Afrika-Beauftragte der Bundeskanzlerin, Günter Nooke, im Reuters-Interview für mehr Investitionen, aber gegen Handelsabkommen der EU mit einzelnen afrikanischen Staaten ausgesprochen.

(reuters/gku)

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