Zum Franken zeigt sich der Euro seit den Aussagen der Schweizerischen Nationalbank zur Geldpolitik am Donnerstag verhältnismässig volatil. Die Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,0465 Franken und damit praktisch auf dem Niveau vor den SNB-News. Dazwischen bewegte er sich in einem Auf und Ab zwischen 1,0476 und 1,0438 Franken.

Insgesamt bestätigt die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs. «Der Franken ist nach wie vor deutlich überbewertet und auch die sich abschwächende Konjunktur in der Schweiz dürfte zur Abschwächung des Frankens beitragen», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan im Interview mit AWP-Video (siehe unten).

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Euro profitiert gegenüber Dollar von Fed-Aussagen

Gegenüber dem Dollar hat der Euro hat von gedämpften Zinserhöhungserwartungen in den USA profitiert. Der Eurokurs wurde am späten Nachmittag mit 1,1401 Dollar notiert. Das war rund ein halber Cent mehr als im frühen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1404 Dollar gegenüber 1,1279 am Mittwoch. fest. Der Dollar kostete damit 0,8769, am Mittwoch noch 0,8866 Euro.

Der US-Dollar kostet am Nachmittag 0,9181 Franken und damit weniger als noch vor den SNB-Aussagen, allerdings mehr als zur Mittagszeit bei 0,9155 Franken.

Yellen spielt Zeitpunkt der Zinswende herunter

Für den Chefökonom von J. Safra Sarasin hat die SNB vor allem zwei Punkte deutlicher betont als bislang: Nämlich dass sie sowohl negative Zinsen als auch Interventionen am Devisenmarkt als Schlüsselinstrumente betrachte, mit denen adäquate Bedingungen an den Geldmärkten geschaffen werden können.

Mit Blick auf die Geldpolitik in den USA kommentiert Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen: «Zinserhöhungsspekulationen dämpfen, dafür hat Fed-Präsidentin Janet Yellen wahrlich ein Talent.» Yellen hatte am Mittwoch kein klares Zinserhöhungssignal gegeben. Sie hielt sich nicht nur beim Zeitpunkt einer ersten Zinsanhebung nach der Finanzkrise bedeckt, sondern spielte auch die Bedeutung dieses Schrittes herunter. Die Fed werde die Zinsen danach nur graduell anheben. Die weitere Politik sei abhängig von den Konjunkturdaten. Der Dollar verlor zu einer Reihe von wichtigen Währungen.

(awp/dbe/mbü)
 

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