Die Perspektiven für den Schweizer Export haben sich eingetrübt. Jüngste Signale vom Radarschirm volkswirtschaftlicher Daten zeigen, dass die Weltwirtschaft spürbar an Schwung verliert. Das globale Expansionstempo dürfte sich von gut 5 auf knapp 4% verringern.

Die langsamere konjunkturelle Gangart in den wichtigsten Absatzmärkten führt hierzulande zu einer Abschwächung der Exportdynamik. Wir rechnen für 2008 mit einem Exportwachstum von 3,5% nach 9,9% im Jahr 2007 (2009: +3,5%). Allzu laut dürfte der Exportblues jedoch nicht erklingen. Als ein Globalisierungsgewinner ist die Schweiz mit ihrem insbesondere auf hochwertige Nischenprodukte spezialisierten Produktemix – der vielfach marktführend auf dem Weltmarkt angeboten wird – gut aufgestellt, wenn der globale Konjunkturwind rauer wird.

Diverse Branchen profitieren

Dabei profitiert die Schweiz vom Recycling der Petrodollars. Aufgrund hoher Rohölpreise wird die Förderung von schwer zugänglichen Ölvorräten rentabler. Auch erfolgt der Ersatz veralteter Ölfördermaschinen und -anlagen zügiger. Eine feste Auslandsnachfrage beim Schweizer Maschinen- und Anlagenbau, einem der wesentlichen globalen Anbieter von Ölfördergerät, ist die Folge. Sprudelnde Öleinnahmen beschleunigen zudem das Heranwachsen einer einkommensstarken Mittelschicht in den Ölförderregionen.

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An dem steigenden Lebensstandard partizipieren die Schweizer Anbieter von Luxusgütern sowie qualitativ hochwertigen Dienstleistungen – beispielsweise in der Finanzberatung, Vermögensverwaltung oder Reisebranche – überproportional. Bei den übrigen Dienstleistungsexporten sorgt der rege Rohöltransithandel über die Drehscheiben Genf und Zug für positive Impulse. Dienstleistungsseitig dürfte auch die Euro 08 belebend gewirkt haben, während sich die Nachwehen der jüngsten Finanzmarktturbulenzen weiterhin dämpfend auf das Bankkommissionsgeschäft mit ausländischer Kundschaft, mithin auf die Dienstleistungsexporte auswirken.

Wettbewerbsfähigkeit stärken

Zwar ist zu betonen, dass die Ausfuhrdynamik der Schweizer Wirtschaft in der Grundtendenz weitaus stärker vom Wachstum der Absatzmärkte und der Attraktivität des Exportsortiments abhängt als von den reinen Wechselkursänderungen, allerdings übt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft nach wie vor einen signifikanten Einfluss aus.

Insbesondere im Austauschverhältnis zum Dollar liegt der Franken auf einem ausgesprochen hohen Niveau, worunter der Handel mit dem Dollarraum leidet. Der Anteil der Schweizer Ausfuhren in die USA fällt mit 9,3% im Jahr 2007 zwar relativ zu den Exportanteilen Deutschlands (20,8%) oder der EU (63%) bescheiden aus.

Gleichwohl verstärkt sich der Dollareinfluss auf den Schweizer Export noch dadurch, dass eine Reihe von Ländern – z.B. einzelne asiatische Schwellenländer – ihre heimische Währung eng an den Dollar binden. Im Kreis der 30 wichtigsten Handelspartner der Schweiz beträgt das Gewicht des Dollars inklusive Drittmarkteffekten aus Sicht der Schweizer Wirtschaft knapp 20%. Dabei handelt es sich indes nicht um ein Datum, sondern der Anteil des erweiterten Dollarraums an den Schweizer Ausfuhren unterliegt gewissen Schwankungen und befindet sich am aktuellen Rand auf einem relativ hohen Niveau.