Waldflächen haben sich vor einigen Jahren zu einem beliebten Investment bei Institutionen und wohlhabenden Privatleuten entwickelt. Im Abschwung nun beweist diese Anlageklasse Stärke. Im vergangenen Jahr bis Ende September stieg der Wert von Waldbesitz um 5%. Gegenüber 2007 (15%) hat sich das Wachstum zwar verlangsamt, aber immerhin hält es an.

Woran liegt das, wo doch andere Anlageklassen - von Immobilien über Rohstoffe bis Aktien - heftig an Wert eingebüsst haben? Öl hat nach einer beeindruckenden Sommerrally im vergangenen Jahr 54% nachgegeben, ebenso Kupfer; Mais wurde 11% billiger. Auch Bauholz gab infolge der Immobilienkrise um 34% nach. Die Antwort ist, dass Wald ein klassisches Langfristinvestment ist. In dieser Anlageklasse wird jedes Jahr nicht viel ge- oder verkauft. Die Nachfrage ist dennoch relativ hoch.

Resistent gegen Markttrends

«Solange die Sonne scheint, wachsen die Bäume», sagt Jeremy Grantham vom Vermögensverwalter GMO aus Boston. Und Dennis Moon von US Trust ergänzt: «Bäume wachsen um 4% pro Jahr, unabhängig von Inflation, Zinsen oder Markttrends.» Der Wertzuwachs wird gern mit dem erstklassiger Bonds mit mindestens zehnjähriger Laufzeit verglichen. In den vergangenen zehn Jahren lag er bei durchschnittlich 4,1% pro Jahr, wohingegen der S&P 500 in diesem Zeitraum 3,8% Minus pro Jahr eingefahren hat.

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Wald liefert regelmässig Gewinn, denn Bäume werden immer gefällt und weiterverarbeitet - wenn auch zurzeit in geringerem Umfang. Der Kapitalrückfluss aus dieser «Ernte» macht aktuell 1,5% vom Wert des Waldbesitzes aus (2007: 3%; vorangegangene drei Jahre: Jährlich 3%).

Ende der 1990er Jahre, als Investoren wild auf Techwerte waren, brachte Wald nur 700 bis 800 Dollar pro Acre (drei Acre sind ungefähr ein Hektar). Dann kam der Immobilienboom, Grossinvestoren wurden angelockt, und Holz verarbeitende Unternehmen wie Weyerhaeuser Co. verkauften Waldgebiete an unzählige Private Partnerships, Universitätsstiftungen, Immobilienfonds und andere. Inzwischen liegt der Preis bei 1500 bis 3000 Dollar pro Acre, je nach Holzqualität. Ein grosser Vorteil von Holz ist, dass es weder saisonabhängig noch verderblich ist. Relativ günstig in Holz engagieren kann man sich über einige REITs. Der bekannteste ist Plum Creek Timber, der grösste privatwirtschaftliche Landbesitzer in den USA.

Der Aktienkurs dieser Gesellschaft ist zwar im vergangenen Jahr um 26% auf nunmehr 32 Dollar gefallen (S&P 500: -73%), aber der S&P-Papier- und Waldprodukt-Index verlor im selben Zeitraum 50% an Wert - vielleicht, weil er stärker an den Häusermarkt gebunden ist als an langsam, aber stetig wachsende Bäume.