Durch die schleppende Zahlweise der Kunden wird die eigene Liquidität immer knapper. Meist ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Liquiditätsfalle ganz zuschnappt.

Die wichtigsten Risiken, nämlich die Forderungen gegenüber den Kunden, haben leider viele Unternehmen nicht speziell im Auge. Sie sind dann völlig überrascht, wenn plötzlich ein bisher guter Kunde mit der Zahlung in Verzug kommt und sie dadurch selbst in einen Liquiditätsengpass geraten. Eine Fehleinschätzung oder schlicht Nachlässigkeit, die gerade in der aktuellen Krise fatale Folge haben kann. Doch wie können Unternehmen erkennen, ob ihr Kunde in eine finanzielle Schieflage gerät? Ein verlässliches Frühwarnsignal ist das Zahlungsverhalten. Zahlte der Kunde früher pünktlich und nun erst nach der ersten oder zweiten Mahnung, kann dies ein wichtiger Hinweis auf mögliche finanzielle Probleme sein.

Die «schlechten» Zahler

Die Liste der schlechten Zahler wird immer länger. Denn fast alle Branchen sind von der Krise mehr oder weniger stark betroffen. Zu den Sorgenbranchen zählen unter anderem das Autogewerbe mit einem Verzug von mehr als 28 Tagen sowie die Holz- und Möbelindustrie, wo der Zahlungsverzug zu Beginn dieses Jahres auf fast 25 Tage angestiegen ist. Doch auch das Baugewerbe und die Holding- und Investmentgesellschaften spüren immer deutlicher die Folgen der Krise. Sie zahlen mittlerweile ihre Rechnungen im Schnitt über 20 Tage zu spät.

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Dem Teufelskreis entkommen

Ein Unternehmen kann sich dem Teufelskreis nur entziehen, indem es das Risikomanagement der Krise anpasst. D&B hat deshalb für ihre Kunden ein Massnahmen-Paket zusammengestellt, das nachfolgende Handlungsempfehlungen beinhaltet:

Bevor ein Lieferantenkredit an einen Neu- oder Bestandeskunden vergeben wird, muss die Bonität des Kunden geprüft werden.

Die Bonität der Stammkunden muss laufend überwacht und bei neuen Bestellungen erneut geprüft werden. Denn gerade in Krisenzeiten kann sich die finanzielle Situation eines Kunden rasch verändern.

Bei der Vergabe von Bestell- und Kreditlimits ist Vorsicht angebracht. Hohe Bestell- und Kreditlimiten bergen auch hohe Risiken in sich. Es ist deshalb zu empfehlen, gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation die Bestell- und Kreditlimiten bei Neukunden zu reduzieren und bei Stammkunden nur in Einzelfällen und nach eingehender Prüfung zu erhöhen.

Das Mahnwesen muss in Krisenzeiten straffer organisiert werden.Sobald ein Zahlungsverzug vorliegt, muss der Kunde - am besten telefonisch und schriftlich - gemahnt werden. Bei einem angemahnten Kunden sollten zudem die Bestell- und Kreditlimits reduziert und angepasst werden. Wichtig: Risiken nicht mehr mit neuen Forderungen erhöhen, sondern reduzieren.