«Die globalen Aktienmärkte durchlaufen derzeit einen Bodenbildungsprozess, der noch eine Weile andauern dürfte», so Lars Kalbreier, Leiter des Aktien-Research bei der Credit Suisse. Für Kalbreier müssen nicht nur die staatlichen Hilfsprogramme zu greifen beginnen, auch der Schuldenabbau, sowohl bei Banken als auch bei Privaten, sei fortzusetzen. Und: «Die Ängste vor der gegenwärtigen Rezession und der Entwicklung der Firmengewinne müssen schwinden, damit die Anleger wieder an die Märkte zurückkehren», so Kalbreier.

Das makroökonomische Umfeld und fehlende Katalysatoren veranlassen seine Bank, weiterhin auf eine defensive Strategie zu setzen. In der Schweiz empfiehlt die CS daher sichere Werte wie Nestlé, Synthes oder das Telekomunternehmen Swisscom.

«Aufgrund des defensiven Charakters bleiben wir in Schweizer Aktien übergewichtet», so Kalbreier. Dies auch deshalb, weil Schweizer Unternehmen von einem relativ hohen Exportengagement in Schwellenmärkten profitieren, wo die CS, aufgrund der wachsenden Mittelschicht, mit einem robusten Konsum rechnet.

Asien geht voran

Nicht nur der Konsum in Asien macht die Experten für diese Märkte optimistisch. «Während wir für die USA und die EU erst ab dem 2. Halbjahr 2009 mit einer leichten Verbesserung der Wachstumssituation rechnen, sollten die Infrastrukturausgaben in den Schwellenländern eine Quelle langfristigen Umsatzwachstums darstellen», so Kalbreier. In China hat die Regierung ein umfassendes Konjunkturbelebungspaket in der Höhe von 586 Mrd Dollar angekündigt. Die Aktientipps der Credit Suisse sind daher Infrastrukturwerte aus dem Reich der Mitte, wie etwa China Railway Construction.

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Zuversicht für die USA

Auch die angloamerikanischen Märkte könnten den Aufschwung bereits vor der Schweiz spüren. «Die Märkte derjenigen Länder, die am schnellsten und aggressivsten auf die Krise reagiert haben, vor allem die USA und Grossbritannien, könnten zuerst anziehen und im Vergleich zu Kontinentaleuropa gut abschneiden», so Roger Kunz, Chefstratege bei Clariden Leu. Angesichts des widrigen wirtschaftlichen Umfelds geht man bei Clariden Leu davon aus, dass das neue Jahr schwierig werden dürfte. «Damit eine Erholung an den Märkten einsetzt, braucht es keine guten Nachrichten. Es reicht bereits, wenn die Nachrichten weniger schlecht ausfallen als befürchtet», so Kunz.

Im Falle einer Stabilisierung der Weltwirtschaft besitzen zyklische Werte das höchste Aufwärtspotenzial. Sie haben unter dem Abschwung am meisten gelitten und könnten im Verlauf des 2. Quartals zur Erholung ansetzen.