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Börseninterview
«Die Märkte schwanken zwischen Furcht und Hoffnung»

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Wall-Street-Händler: Die Börsenrallye weckt Zweifel. Quelle: Spencer Platt/Getty Images

CS-Experte Burkhard Varnholt erklärt, was Anleger derzeit weltweit beschäftigt – und nennt Schweizer Kandidaten für einen Börsengang.

Veröffentlicht am 02.02.2018

Was beschäftigt derzeit die Finanzmärkte?
 Burkhard Varnholt*: Die Märkte schwanken zwischen Furcht und Hoffnung. Ist nach so einer langen Rallye eine Korrektur unausweichlich oder hält die Rallye an? Welchen Einfluss wird die langsame Bilanz-Reduktion der amerikanischen, europäischen und später auch japanischen und Schweizer Notenbank auf die Finanzmärkte haben? Wie lange können die Zinsen und Inflation angesichts der ungewöhnlich starken und synchronen Dynamik der Wirtschaft noch auf tiefem Niveau bleiben? Und falls die Zinsen noch weiter ansteigen: ist das für Aktien von Vorteil oder von Nachteil? Schliesslich: wie weiter mit Währungen und Rohstoffpreisen? Entsteht zwischen dem US-Dollar und dem Euro eine kompetitive Abwertungs-Spirale, wie kürzlich von Mario Draghi erwähnt? Und: sind die steigenden Rohstoffpreise Ausdruck oder Gegenwind einer starken Konjunktur? Oder sind sie primär dem schwachen US-Dollar geschuldet?

Das alles sind gewichtige Fragen mit grossen Konsequenzen für die Anlagestrategie.

Wie wird sich die Schweizer Börse kurzfristig entwickeln?
Wir erwarten kurzfristig eine Pause in der Dynamik der Schweizer Börse und haben hier in den letzten Tagen einzelne Gewinne realisiert und unsere taktische Gewichtung unter unseren Benchmark gesetzt.

Wo steht der SMI in zwölf Monaten?
In zwölf Monaten sollte der SMI immer noch deutlich über dem aktuellen Niveau stehen – das Niveau von 9700 Punkten sollte er in zwölf Monaten überschreiten können, dank des starken Gewinnwachstums, der moderaten Bewertungen und des weniger angespannten Währungs-Umfeldes.

Welchen Schweizer Aktien trauen Sie im 2018 besonders starke Kursgewinne zu?
Besonders gut gefallen uns aktuell: Lonza, OC Oerlikon, Swiss Life und Zurich Insurance.

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OC Oerlikon: Die Aktie ist derzeit eine gute Wahl laut dem Anlagechef der Universal Bank der CS.

Vor welchen Schweizer Titeln raten Sie derzeit ab?
Zurückhaltender sind wir momentan gegenüber Aryzta, Barry Callebaut, Idorsia, Kühne + Nagel sowie LafargeHolcim.

Mit Spotify, Airbnb, Dropbox und Lyft liebäugeln mehrere grosse Technologiekonzerne mit einem Börsengang. Könnte sich ein Einstieg bei diesen Titeln für Anleger lohnen?
Jede Zeichnung an einem IPO ist immer vom Zuteilungskurs abhängig. Er entscheidet meist über die starken Kursschwankungen, welche regelmässig im Nachgang stattfinden. Manchmal haben bei IPOs deshalb grosse Investoren bessere Chancen auf Erfolg als kleine. Für Privatanleger scheinen mir Kollektivanlagen im Technologie-Sektor grundsätzlich vorteilhafter als IPO-Zeichnungen.

Welche Schweizer Unternehmen ziehen derzeit einen Börsengang in Erwägung?
Wir sehen besonders Medartis und Sensirion als aussichtsreiche Kandidaten, ausserdem scheinen die «re-listings» von Gategroup und Swissport durch HNA gemachte Sache zu sein.

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Burkhard_Varnholt_Credit_Suisse
*Burkhard Varnholt ist Anlagechef der Swiss Universal Bank und Vize-Chef des Global Investment Committee der Credit Suisse.
Quelle: zvg