Kaum ein Tag vergeht, ohne dass von den Medien- und Verlagshäusern Hiobsbotschaften vermeldet werden. Jüngste Beispiele sind der US-Medienriese Gannett «USA Today», bei dem bis zu 2000 Beschäftigte um ihren Job fürchten müssen, oder die Zürcher Tamedia, die sich inzwischen auf den Sozialplan für die insgesamt 57 Stellen einigen konnte, deren Abbau im Mai bekanntgegeben wurde.

Weniger Stelleninserate

«Die aktuellsten Zahlen aus der Medienbranche verheissen nichts Gutes», sagt Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). So sind im Mai die Umsätze im Printbereich gegenüber dem Vorjahr um 20% eingebrochen, während die Stelleninserate gar um 50% zurückgegangen sind. «Angesichts der zeitlichen Verzögerung, bis sich eine Rezession auf die Stelleninserate auswirkt, stehen wir damit erst am Anfang eines heftigen Einbruchs», ist der ZKB-Analyst überzeugt.

Der Absturz bei den Stelleninseraten wird Tamedia zu schaffen machen, war dies doch ein besonders profitabler Bereich im Aufschwung. Folglich erstaunt es wenig, dass der Medienkonzern derzeit die Kostenschraube nun weiter anzieht. Dies dürfte jedoch kaum reichen, um die wegbrechenden Umsätze auszugleichen.

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Noch düsterer sieht die Situation beim Werbevermarkter Publigroupe aus. Der ungebremste Rückgang bei den Anzeigen lässt die Umsätze in der mit Abstand grössten Division «Media Sales» markant zurückgehen. Zudem verliert das Unternehmen laufend Geschäfte an die Verlage. Stabilisierend wirken nur die «Gelben Seiten» sowie der Online-Marketing-Dienstleister Zanox.

Die NZZ schliesslich, deren Aktien im ausserbörslichen Handel gelistet sind, verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang der Werbeeinnahmen um 30%. Gleichzeitig sind die Titel um 31% auf gut 51000 Fr. gefallen.

Trotz der deutlichen Kursverluste gegenüber dem Vorjahr werden die Medienaktien auf «Marktgewichten» eingestuft. Denn fundamental ist für längere Zeit mit keiner Erholung zu rechnen.