Die Volatilität stieg jüngst auf neue Rekordwerte. Der VSMI, der die Volatilität der SMI-Werte abbildet, erreichte am 17. Oktober 2008 ein neues Allzeithöchst mit 85%. Innert einer Woche fiel der VSMI wieder unter 60%. Seit April hatte dieser Index zwischen 20 und 28% gelegen. Ähnlich verhält es sich beim US-Gegenstück, dem VIX. Dieser bildet die Volatilität der im S&P-500-Index versammelten US-Standardwerte ab. Auch hier wurde mit 91% ein neuer Höchststand markiert.

Höchstwerte bei Schwankungen

Wer hier in die an den amerikanischen Terminbörsen erhältlichen Call-Optionen investiert hatte, vervielfachte seinen Einsatz. Auf 1 Dollar Einsatz winkten, je nach Kontrakt, zwischen 69 und 186 Dollar Gewinn, wie die Analysten von Goldman Sachs berechnet haben. Aber auch die Käufer von November-Puts auf den S&P-500 machten einige Gewinne. Jeder investierte Dollar wurde 154fach zurückbezahlt. Beides stieg, die Put-Optionen und die Calls auf den Volatilitätsindex VIX. Was aber funktionierte seit Ende August, dem Beginn der jüngsten Verschärfung der Kreditkrise, besser?

Die Analysten von Goldman Sachs verglichen alle Auszahlungsprofile der VIX-Optionen mit den S&P-500-Optionen für den Zeitraum zwischen 29. August und 24. Oktober. Sie unterteilten diese Periode in drei Phasen.

Zwischen dem 29. August und dem 16. September, dem letzten Handelstag vor dem Settlement der VIX-Optionen, fiel der S&P-500 um 5,4%, der VIX stieg um 10 Punkte (entsprechend 47%). September-Calls auf den VIX erwiesen sich hier den S&P-Puts überlegen.

Zwischen dem 29. August und dem 17. Oktober, dem darauffolgenden Verfallstag, fiel der S&P-500 um 26,7%, der VIX stieg 50 Punkte, entsprechend 240%. Auch hier erwiesen sich die VIX-Calls den S&P-500-Puts als überlegen, auch wenn mit Index-Puts hohe Gewinne gemacht werden konnten.

Zwischen dem 29. August und dem 24. Oktober konnten «Buy-and-hold»-Strategien bei beiden Absicherungsstrategien geprüft werden. In diesem Zeitraum fiel der S&P-500 um 31,7%, der VIX hingegen stieg um 283%. In diesem Zeitraum veränderte sich das Put-Optionsvolumen dramatisch, weil viele diese haben wollten.

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Vola-Call besser als Put-Option

Während dieser Marktphasen haben sich die VIX-Calls leicht überlegen gezeigt. Allerdings brauchte es dafür einen veritablen Börsencrash. VIX-Optionen selber sind nur institutionellen Anlegern zugänglich. Retailanleger konnten allerdings auch mit S&P-Put-Warrants ihre Investments zumindest teilweise absichern. Weil bei Calls und Puts die Volatilität bei der Preisfindung eine grosse Rolle spielt, sind hier die Preise von Mini-Futures in der Short-Version etwas einfacher nachzuvollziehen. So stieg beispielsweise SPXXW seit Ende August von 3 auf über 7 Dollar, der von SPXMH von 3.70 Dollar auf fast 8 Dollar. Solche Produkte sind indes riskant, ihr Einsatz erfordert regelmässige Überprüfung der Anlagestrategie.