Wie lebt es sich in verschiedensten Städten und Ländern als Expat? Wie sind die Unterschiede bei Bier, Pizza, Café oder Coca-Cola? Wie bei der Wohnungsreinigung oder bei den Karten für den öffentlichen Verkehr? Und was ist, wenn man wieder mal zum Coiffeur muss?

Die Deutsche Bank ist solchen Fragen nachgegangen. Und sie legt in einem grossen globalen Preis-Vergleich dar: Zürich ist immer noch besonders teuer. Allerdings ist es nicht mehr die Stadt mit den höchsten Löhnen der Welt – hier ist jetzt San Francisco auf dem obersten Rang.

Aber auch wenn man die Mieten abzieht, haben die Durchschnitts-Menschen in San Franciso mehr Geld zur Verfügung als die Bewohner von Zürich.

Die Studie

Deutsche Bank Research: «Mapping The World’s Prices 2019», Mai 2019.
 

Für ihre Erhebung trugen die Deutsche-Bank-Analysten Zahlen über 56 Metropolen in 42 Ländern zusammen und verglichen sie auf Dollar-Basis. So erfährt man nun unter anderem, dass zwei Liter Coca-Cola in der norwegischen Hauptstadt Oslo 4,73 Dollar kosten, während sie in Istanbul schon für 0,74 Dollar zu haben sind. In Zürich kosten zwei Liter 2,35 Dollar. 

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Dass die Schweizer hohe Mieten bezahlen, ist allgemein bekannt: Keinen wird es also erstaunen, dass Zürich hier weit oben auftaucht (Rang 4 der Welt). Allerdings: Nimmt man wiederum den Wert, der den Bewohnern nach Abzug der Miete übrig bleibt, so ist Zürich ebenfalls ganz oben. Was eine andere Definition des Reichtums ist: Den Menschen bleibt selbst nach Abzug der sehr überdurchschnittlichen Wohnkosten eines der höchsten Einkommen der Welt.  

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Insgesamt wird bei diesem globalen Vergleich eines offensichtlich: Europäische Städte sind speziell teurer, wenn man es sich gut gehen lassen will.

Und folglich ist Zürich auch besonders teuer, wenn man eine wichtige Frage beantwortet: Was kostet ein Abend zu zweit? Selbst wenn es – so die Versuchsanlage – nichts allzu Extravagantes sein soll?

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Und so lautet ein Fazit der Deutschen Bank: Zürich sei die Stadt, in der es sich empfehle, «frühzeitig einen Partner fürs Leben zu finden und zu überzeugen, nachts zu Hause bleiben, zu Hause zu essen und fernzusehen». Und auf diese Weise viel Geld zu sparen.

Allerdings: Bei einem anderen Ranking fällt das teure Zürich dann plötzlich ab: nämlich beim «Bad Habits Index», wo die Kosten für Alkohol und Tabak verrechnet wurden. Zwingli? Welcher Zwinglianismus?, so könnte man sich fragen.

Aber eher als moralische Haltungen kommt in diesem Index wohl die Neigung der Schweizer ans Licht, ihre Steuern tief zu halten.

Bei den Preisen für ein iPhone X landete die Schweiz auf Rang 32 von ingesamt 40 verglichenen Märkten – zwischen Südkorea und Saudi-Arabien. Am meisten müssen die Leute in Brasilien (2020 Dollar) und der Türkei (1880 Dollar) für ein Apple-Handy bezahlen.

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Naheliegende Erklärung: Die Stärke des Schweizer Frankens wirkt sich hier für einmal positiv aus. Das Bild ist ähnlich bei den Mittelklassewagen (VW Gold oder ähnliches Modell): In 17 Staaten bezahlt man mehr als in der Schweiz, insbesondere in Singapur, Dänemark und Norwegen. Was bekanntlich ebenfalls viel mit den Steuern zu tun hat.

Allerdings dreht sich das Bild bereits bei den Sneakers wieder: Die Schweiz erscheint, wenn es um Sportschuhe geht, gleich wieder als die bekannte Hochpreisinsel.

Dasselbe Bild ergab übrigens der Levi’s-501-Jeans-Preistest: Da war Zürich erneut vor Kopenhagen vor Oslo.

Ebenfalls nicht ganz zum Klischee passen will der Preis für den öffentlichen Verkehr: Mit seiner Monatskarte des Verkehrsverbunds landet Zürich auf Rang 13, also gar nicht so sehr an der Spitze. Am teuersten fährt man in London, Dublin und Auckland.

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Die insgesamt höchste Lebensqualität massen die Deutsche-Bank-Autoren Zürich bei. Der entsprechende Index berücksichtigt Faktoren wie Kaufkraft, Sicherheit, Gesundheitsversorgung und die Verkehrsstaus. Unter die besten zehn Städte in dieser Betrachtung schaffen es ausserdem Wellington, Kopenhagen, Edinburgh, Wien, Helsinki, Melbourne, Boston, San Francisco und Sydney.

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(sda | rap)