Die Schweizer Börse hat am Donnerstag erneut etwas angezogen. Neben ermutigenden Konjunkturzahlen stützte laut Händlern auch der zum Monatsanfang übliche Geldzufluss die Kurse der Beteiligungspapiere. Im Verlauf verlor der Markt allerdings an Schwung.

Vor dem mit Spannung erwarteten monatlichen US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird, schlugen die Anleger eine vorsichtigere Gangart ein. Der SMI, der zunächst bis 9075 Punkte gestiegen war, schloss mit 9025 Zählern noch um 0,1 Prozent höher. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,1 Prozent zugelegt.

Investitionen für Indexfonds

«Jeden Monat erhalten die Investoren frisches Kapital, das sie anlegen müssen», erklärte ein Händler. Davon entfalle ein Grossteil auf passive Anleger wie Indexfonds, die auf den Gesamtmarkt setzten. Angesichts des Geldzuflusses rückten die politischen Unsicherheitsfaktoren in den Hintergrund.

Anzeige

Gemäss der monatlichen Statistik des Personaldienstleisters ADP hat die Privatwirtschaft in den USA im Mai mit 253’000 deutlich mehr neue Stellen als erwartet. Weiteren Aufschluss über die Verfassung des Jobmarktes gibt am Freitag der Monatsbericht der Regierung. Die Zahlen liefern Investoren Hinweise auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank. Die meisten Ökonomen rechnen damit, dass die Fed noch im Juni erneut an der Zinsschraube drehen wird.

Givaudan im Plus

Firmenspezifische Impulse waren rar. Die Standardwerte legten dennoch meist leicht zu. Die Aktien des Aromenherstellers Givaudan waren mit einem Plus von 1,1 Prozent Tagesgewinner. Gefragt waren auch Aktien zyklischer Firmen wie etwa des Bauchemie-Unternehmens Sika, des Personalvermittlers Adecco, des Elektrokonzerns ABB oder der Prüffirma SGS.

Die als eher defensive Anlage geltenden Index-Schwergewichte büssten die Gewinne teilweise wieder ein. Nestlé konnte ein Plus von 0,2 Prozent in den Feierabend retten. Novartis stiegen 0,1 Prozent. Roche rutschten dagegen 0,3 Prozent in die Minuszone ab.

Credit Suisse leicht im Plus

Bei den Banken verloren Credit Suisse 0,2 Prozent. UBS schlugen mit einem Plus von 0,7 Prozent die entgegengesetzte Richtung ein. Händler sagten, CS hinke wegen des noch bis am Freitag dauernden Anrechthandels der laufenden Kapitalerhöhung hinter der Sektorentwicklung her.

«Nächste Woche dürfte der Druck aber weg sein und der Kurs Luft nach oben haben», sagte ein Händler.

Versicherungstitel ziehen an

Die Anteile der Kreditbank Cembra Money Bank kletterten um 0,7 Prozent. Die Privatbank Vontobel gewann 0,7 Prozent an Wert. Auch Versicherungstitel zogen an.

Anzeige

Am breiten Markt schnellten die Aktien von Evolva 4,6 Prozent hoch. Die Firma hat mit der US-Behörde BARDA eine nicht näher spezifizierte Zusammenarbeit vereinbart, um einen Wirkstoff zur Abwehr von Moskitos zu entwickeln, die das Zika-Virus übertragen.

Aryzta gewinnt hinzu

Zudem griffen die Anleger zu Werten, die jüngst unter die Räder gekommen waren. Dazu zählen etwa die Derivat-Boutique Leonteq und der Backwarenhersteller Aryzta. Die Aktien von Gurit rückten 2,3 Prozent vor. Die Firma hat von einem italienischen Autohersteller einen Auftrag im Wert von rund neun Millionen Franken für Bauteile aus Kohlenstofffaser erhalten.

Die Titel von Dufry stiegen um 2,7 Prozent. Händlern zufolge wird im Markt spekuliert, dass die HNA seine Beteiligung an dem Duty-free-Shop-Unternehmen ausbauen könnte. Der chinesische Mischkonzern besitzt bereits mehr als ein Fünftel an Dufry.

Anzeige

(reuters/mbü)