Heinrich Theophil Baeschlin verfolgte von Anfang an die richtige Strategie: Internationalisierung. Schon 1874 benannte er sein Unternehmen «Internationale Verbandstoff-Fabrik Schaffhausen», demonstrierte damit die Nähe zum Internationalen Roten Kreuz, berief renommierte Chirurgen aus ganz Europa in den Verwaltungsrat und hatte so genug Rückenwind für seine Expansion. Baeschlins Produkt wurde zum Riesenerfolg: Verbandwatte aus Baumwolle war ein Meilenstein in der modernen Wundbehandlung. Das ist 140 Jahre her, IVF ist aber nach wie vor eine Erfolgsgeschichte.

So hat der Anbieter von medizinischen Verbrauchsgütern offensichtlich eine Lizenz zum Gelddrucken. Seit 1997 stieg der Gewinn der seit 1993 als IVF Hartmann firmierenden Holding (ISIN: CH0187624256) Jahr für Jahr. Medizinische Produkte sind eben gefragt und krisensicher, und sie brachten den Aktionären in den letzten 20 Jahren ein Kursplus von 1200 Prozent. Und ein Ende des Auftriebs ist nicht in Sicht.

Ähnliche Dauerläufer wie IVG Hartmann mit ebenfalls starken Marken sind z.B. Nestlé (CH0038863350), Schindler (CH0024638212) und Swatch (CH0012255151), die langfristig betrachtet ihren Aktionären ebenfalls schöne Kursgewinne gebracht haben und wegen erfolgreicher internationaler Expansion noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben dürften.

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Seit der Konzentration auf den Luxusbereich mit Reorganisation 2008 entwickelt sich auch Richemont (CH0045039655) zur KursraketeundbrachteseitherdieVersiebenfachung beim Kurs. Während die anderen vier genannten Firmen eher mittel- bis langfristig weitere Zuwächse versprechen, ist beim Luxuskonzern aus Genf bei zweistelligen Umsatzzunahmen im April schon kurzfristig mehr zu erwarten.

Turnaround-Titel Cicor

Schnelle Kursgewinne versprechen auch andere Titel. So verbucht Kardex steigende Nachfrage nach ihren Logistiklösungen. Trotz dem Kursplus um 50 Prozent in den letzten zwölf Monaten ist der Titel mit dem für 2013 geschätzten 9er-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nicht teuer. Obendrein steht die Aktie kurz vor dem starken technischen Widerstand bei 40 Franken. Wird die Marke genommen, könnte der Kurs rasch steigen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Micronas. Derzeit lastet noch die ausgebremste globale Autokonjunktur auf dem Hersteller von Halbleitern und Sensoren für die Autoelektronik. Allerdings zeigt die Aktie bei 6 Franken eine starke Unterstützung, die selbst im Krisenjahr 2011 nur kurz unterschritten wurde.

Schon seit einigen Monaten steigt der Kurs von Nobel Biocare. Die Anbieterin von Dentalimplantaten leidet derzeit unter Japans Konjunkturschwäche. Nun aber zeigen sich Wachstumsimpulse in Nippon (vgl. Seite 4). Kommt es dort nach langer Flaute zum Aufschwung, könnte dies zusammen mit den 2012 eingeleiteten Umstrukturierungen bei Nobel Biocare für einen Gewinnsprung sorgen.

Ein spannender Turnaround-Titel ist Cicor. 2012 schrieb die Elektrotechnik-Gruppe infolge Kostensenkungen und Umstrukturierungen wieder schwarze Zahlen. Da die Aktie weit unter dem Buchwert von 41 Franken notiert und das für 2013 geschätzte KGV im einstelligen Bereich liegt, besteht deutliches Potenzial. Aber zum Dauerläufer wie IVF ist noch ein weites Stück zu laufen.

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(gp)