Am Mittwoch, 12. August, publiziert Nestlé ihr 1.-Halbjahres-Ergebnis 2009. Gelegenheit für die Investoren, den Zustand und die Performance des weltweit grössten Nahrungsmittelherstellers unter die Lupe zu nehmen. Anfang Jahr steckte sich Nestlé das Ziel, 2009 ein organisches Wachstum von 5% zu erreichen. Diese Vorgabe wurde im 1. Quartal verpasst die grosse Verunsicherung bei den Konsumenten wie bei den Detailhändlern drückte auf das Geschäft von Nestlé. Davon betroffen waren hauptsächlich die Sparten Wasser und Nahrungsmittel. In Frankreich und Italien kam es bei Vittel respektive San Pellegrino zu einem Stellenabbau. Und in den USA litt die Diätlinie Jenny Craig.

Lichtblick Schwellenländer

An der Börse führte dies zu Enttäuschungen mit gut 5% Kursgewinn bleibt die Nestlé-Aktie 2009 deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Laut der Vontobel-Analystin Claudia Lenz wird der Volumenabsatz von Nestlé in Europa im 1. Halbjahr 2009 rückläufig bleiben (-0,9%). Trotzdem erwartet sie ein leicht positives organisches Wachstum, das vor allem auf den anhaltend positiven Preiseffekt zurückgehe (+1,3%).

In der Region Amerika sei die Lage etwas besser, da dort das Verkaufsvolumen zu keinem Zeitpunkt abgenommen habe, so Lenz. Die positiven Meldungen kommen aber vor allem aus den Schwellenländern: Im 1. Quartal resultierte ein organisches Wachstum im hohen einstelligen Bereich (+7%).

Dieses Wachstum kompensiert die Abschwächungen in Europa und den USA und wird laut Lenz auch in Zukunft Bestand haben. Vor allem der steigende Wohlstand und das Bevölkerungswachstum nähren die Prognose. Mit dem im Sommer 2007 gestarteten Aktienrückkaufsprogramm demonstriert Nestlé finanzielle Stärke. Aktien im Wert von 15 Mrd Fr. wurden bereits zurückgekauft, nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen sollen auch die verbleibenden 10 Mrd Fr. sukzessive vereinnahmt werden. Schliesslich hält Nestlé wichtige Beteiligungen am Augenheilmittelspezialisten Alcon und am Kosmetikriesen LOréal. Während LOréal eine Umsatzsteigerung von 1,4% im 1. Halbjahr 2009 ausweist, überzeugt Alcon mit einer Gewinnsteigerung von 2,6% auf 582 Mio Fr. Ausserdem lässt Nespresso mit einem zweistelligen Umsatzwachstum aufhorchen, auch wenn der Anteil am Gesamtumsatz von Nestlé noch gering ist.

Lenz ist zuversichtlich, dass Nestlé bis Ende Jahr die Vorgabe eines organischen Wachstums an die 5% erfüllen wird. Sie empfiehlt deshalb weiterhin den Kauf der Aktie und gibt ein Kursziel von 50 Fr. an (aktuell: 44 Fr.).