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Rekordtief
Die türkische Lira ist weiter auf Sinkflug

Lira: Die türkische Währung ist immer weniger wert. Keystone

Die Türkei ist auf dem Devisenmarkt zurzeit nicht hoch im Kurs: Die Lira wertet sich immer stärker ab. Die Notenbank versucht die Talfahrt zu stoppen.

Veröffentlicht am 10.01.2017

Aus Unsicherheit über die wirtschaftliche und politische Zukunft der Türkei haben die Anleger in Istanbul am Dienstag erneut die Lira aus ihren Depots geworfen. Dollar und Euro verteuerten sich je um gut zwei Prozent auf 3,7860 und 4,0105 Lira. Damit ist die Lira gegenüber den zwei Leitwährungen den vierten Tag in Folge auf neue Rekordtiefs gefallen.

Die türkische Notenbank reagierte mit einer Lockerung der Anforderungen für die Mindest-Devisenreserven der Geschäftsbanken und führte dem Finanzsystem Liquidität in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar zu.  Dies schien zu wirken. Am Nachmittag wurden für einen Dollar noch 3,6854 Lira verlangt. Der Euro kostete 3,8840 Lira, der Franken 3,6222 Lira.

Talfahrt dürfte sich fortsetzen

Anstatt die Geldpolitik direkt zu straffen, habe die Bank es vorgezogen, die Bedingungen für den Devisenhandel zu verbessern, sagte Chefökonom Ozgur Altug von BGC Partners. Dies könnte zwar als Beruhigungsmassnahme gesehen werden. Ob damit die Talfahrt der Lira gestoppt werde, sei aber fraglich.

Die türkische Wirtschaft leidet unter einer steigenden Inflation. Da nach dem Putschversuch im Juli und einer Reihe von Anschlägen wie an Silvester in Istanbul das wichtige Tourismusgeschäft eingebrochen ist, rechnen Experten nicht mit deutlichen Zinserhöhungen der türkischen Zentralbank.

Erdogan zementiert seine Macht

Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist im Gegenteil für niedrigere Kreditzinsen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Durch den Mangel an zinspolitischen Reaktionen bleibe der Abwertungsdruck auf die Lira erhalten, sagte Anlagestratege Erkin Isik von der Bank Türk Ekonomi.

Die Pläne der türkischen Regierung für eine Verfassungsreform, die Präsident Recep Tayyip Erdogan deutlich mehr Macht einräumen würde, nahmen am Dienstag eine erste Hürde: Im Parlament stimmte eine Mehrheit von 338 Abgeordneten dafür, die Debatte über das Vorhaben fortzusetzen.

(sda/mbü)

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