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Nachhaltigkeit
Die Umstellung auf eine klimafreundliche Wirtschaft geht weiter

Stromtankstellen_Elektrofahrzeuge
Elektrofahrzeug: In China wurde die Subvention elektrisch betriebener Fahrzeuge gestrichen. Quelle: Keystone

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind die Unternehmen zur Digitalisierung gezwungen. Wer zu langsam ist, gerät in Bedrängnis.

Von Hamish Chamberlayne*
am 08.06.2018

Der bisherige Jahresverlauf war von gegensätzlichen Entwicklungen gekennzeichnet. Ungeachtet der überwiegend guten Konjunktur, die den Unternehmen sprudelnde Einnahmen bescherte, nahmen die Schwankungen an den internationalen Aktienmärkten zu. Daneben gab es auch branchenspezifische Probleme. Besonders den Technologiesektor sehen die Anleger in kritischerem Licht. Hintergrund ist der Datenskandal bei Facebook – anscheinend wurden in dem Konzern Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern unbefugt weitergegeben.

Ungeachtet der Risiken in einigen Bereichen beurteilen wir die Aussichten für die von uns favorisierten Segmente des Technologiesektors weiterhin optimistisch. Dazu zählen vor allem Titel, die von der wachsenden Verbreitung des Cloud-Computing und dem anhaltenden Siegeszug der Digitaltechnik profitieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind die Unternehmen zur Digitalisierung gezwungen, und Computerchips sind dabei zum unverzichtbaren Baustein in allen Bereichen geworden. 

Autoindustrie unter Druck

Ein Sektor, in dem dieser Prozess schnell voranschreitet, ist die Autoindustrie. Die Umstellung auf Elektromobilität und autonomes Fahren führt zu einem deutlichen Anstieg des Bedarfs an digitaler Technik. Welche Dimensionen diese Umstellung hat, wurde vor kurzem deutlich, als Volkswagen eine Bestellung von Batterien im Wert von 20 Milliarden Euro bekannt gab.

Eine andere bedeutende Entwicklung ist die Streichung staatlicher Subventionen für Elektrofahrzeuge, deren Reichweite nicht mindestens 150 Kilometer beträgt, durch die chinesische Regierung. Und in Deutschland sind inzwischen die rechtlichen Voraussetzungen für die Verhängung von Dieselfahrverboten vorhanden. Stuttgart und Düsseldorf könnten die ersten Städte sein, die zu solchen Massnahmen greifen. Wir gehen davon aus, dass der rasante technische Wandel in Kombination mit staatlichen Hilfen bei der Umstellung auf eine klimafreundliche Wirtschaft noch weitere etablierte Unternehmen, die eine rechtzeitige Anpassung versäumen, in Bedrängnis bringen wird. 

Weitere Fortschritte im Bereich erneuerbaren Energien

Unsere langfristig pessimistische Einschätzung zum Ölpreis beruht zum Teil darauf, dass der Vormarsch der Elektromobilität den Bedarf an Kraftstoffen verringern dürfte. Zudem sind bei den erneuerbaren Energien weitere Fortschritte erzielt worden. So plant der SoftBank Vision Fund riesige Investitionen in ein 200-Gigawatt-Solarprojekt in Saudi-Arabien, dessen Kosten auf 200 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Der Strom, den die Anlage erzeugen soll, entspricht der Leistung von über 200 Kernkraftwerken. Auch diese offenkundige Abkehr des weltgrössten Ölproduzenten von fossilen Brennstoffen spricht aus unserer Sicht für eine Anlagestrategie, die auf Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit setzt.  

*Hamish Chamberlayne, Fondsmanager im Global Sustainable Equities Team von Janus Henderson, erörtert aktuelle Entwicklungen, die Auswirkungen auf die Welt der nachhaltigen, verantwortungsvollen Kapitalanlage (SRI) haben.

 

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