Die US-Unternehmen - vom Industriegiganten Caterpillar bis zum Bekleidungshersteller Guess - investieren wieder. Ein Zeichen des wachsenden Vertrauens in die Wirtschaftserholung. Doch unsicher ist, wie stark die Erholung letztlich ausfällt. Das Wirtschaftsministerium meldete jetzt, dass das private Investment in Anlagen und Software im 1. Quartal 2010 mit einer robusten annualisierten Rate von 13,4% gestiegen sei.

Das ist das dritte Quartal mit Wachstum in Folge. Aber es war nicht mehr so hoch wie im vorherigen Quartal mit 19%. Unternehmensinvestitionen, darunter auch Ausgaben für Lager oder Bürogebäude, nahmen mit einer inflationsbereinigten annualisierten Rate von 4,1% zu. Die erhöhten Ausgaben für Equipment und Software befeuern Hoffnungen, dass die Unternehmen mithelfen werden, die wirtschaftliche Erholung anzuführen, und genügend Investments und Jobs schaffen, um das Wiederaufleben der Konsumentenausgaben zu unterstützen. Bisher ist das noch nicht genug, um eine sogenannte V-förmige Erholung anzutreiben, die in der Vergangenheit tiefen Rezessionen folgte. «Zusammen mit steigenden Exportzahlen reichen die Unternehmensinvestitionen aus, um eine nachhaltige Erholung hervorzurufen, aber keine V-förmige», sagt Nigel Gault, Chefökonom der Beratungsfirma IHS Global Insight.

In den ersten vier Quartalen nach der Rezession 1981/82 explodierten die Unternehmensinvestitionen mit einer annualisierten Durchschnittsrate von 21% und trugen so zu dem fast 8%igen Wachstum der Wirtschaft bei. Ökonomen gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft 2010 um 3,1% wachsen wird.

Aber es bleibt ein Missverhältnis. Grossen Unternehmen, die nach Asien exportieren, geht es eher besser als kleinen Firmen, die immer noch Probleme haben, an Kredite zu kommen. Bei Caterpillar etwa treibt das starke Gewinnwachstum in den Emerging Markets die Investitionsbelebung an. CEO Jim Owens sagte, das Unternehmen wolle in diesem Jahr Investitionen für 1,6 Mrd Dollar tätigen. 2009 waren es 1,35 Mrd Dollar. Der Baumaschinenhersteller will 2010 auch 9000 neue Arbeitsplätze schaffen, ein Drittel davon in den USA. Owens glaubt aber, dass andere Hersteller wie etwa Caterpillars Zulieferer erst in ein paar Monaten nachziehen könnten: «Es wird noch eine Weile dauern, bis aus ihnen ‹Glaubende› werden.»

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2010 - Jahr der Investitionen

Im Bereich Detailhandel haben gestiegene Verkaufszahlen zur Zuversicht von beispielsweise Bekleidungshersteller Guess beigetragen. Guess-Finanzchef Dennis Secor sagte, das Unternehmen plane, 2010 die Investitionsaufwendungen mehr als zu verdoppeln, hauptsächlich zur Eröffnung von 52 neuen Läden in den USA und Kanada. «Für uns ist 2010 ein Jahr der Investitionen», so Secor. Es sei jedoch noch ein langer Weg, bis die Investitionen wieder ein normales Level erreichen würden.

Im 1. Quartal 2010 lag die Nettoprivatinvestition - sie enthält Ausgaben für Häuser ebenso wie für Fertigungsanlagen, bei 1,6% der Wirtschaftsleistung - weit entfernt vom 20-Jahre-Schnitt von 5,4%.

Derweil stehen kleinere Firmen, die normalerweise für mehr als die Hälfte am Jobwachstum verantwortlich sind, noch vor Problemen.

Rochelle Balch, Chefin der IT-Beratungsfirma RB Balch & Associates, sagte, ihre Bank habe ihren Kreditrahmen von 150000 Dollar gekündigt, gerade als sich ihre Firma von der Rezession erholte. Das verhindere bei ihr drei neue Jobs.