Seit Anfang 2002 haben Goldman Sachs Group, Morgan Stanley, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns insgesamt 312 Mrd Dollar an Prämien bezahlt. Doch die Erkenntnis, dass horrende Bonuszahlungen für Topmanager, deren Firmen gleichzeitig ins US-Rettungsprogramm drängen, in der Öffentlichkeit schwer zu vertreten sind, setzt sich langsam auch an der Wall Street durch.

Heisse Debatten

Wie es heisst, wird in den Verwaltungsräten derzeit diskutiert, die eigenen Jahresabschlussprämien zu kürzen. Mindestens eine grössere Bank hat sich über den Schritt des ehemaligen PepsiCo-Vorstands Roger Enrico informiert, der 1998 auf sein Jahresgehalt in Höhe von 900000 Dollar verzichtete. Enrico bat PepsiCo seinerzeit, von diesem Geld Stipendien für die Kinder der Mitarbeiter mit Kundenkontakt einzurichten. Nichtsdestotrotz kassierte er einen Bonus in Höhe von 1,8 Mio Dollar.

Vermutlich werden als Ergebnis der Diskussion die Prämien der Verwaltungsräte und des Topmanagements deutlich sinken, während die Boni für die unteren Ränge im Wesentlichen erhalten bleiben. Denn wenn sich für die «normalen» Händler und Banker etwas änderte, würden sie sich wohl eher abwerben lassen.

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