Diese Woche steht ganz im Zeichen der Finanz- und Versicherungsbranche. Die zwei Grossbanken UBS und Credit Suisse und der Versicherungsgigant Zurich Insurance werden im Fokus sein, prognostiziert Adrian Scherer, Anlagestratege beim Vermögensverwalter Limmat Wealth. Dabei steht die Schweizer Bankenwelt mit den Enthüllen rund um HSBC heute sowieso im Mittelpunkt. Vor allem aber repräsentieren die besagten Werte gemeinsam rund 13 Prozent des SMI und werden daher einen «nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf den Index haben».

Neben dem eigentlichen Gewinnausweis, so Scherer, interessiere vor allem die Frage, wie sich die Firmen den Herausforderungen eines starken Schweizer Frankens und des Niedrigzinsumfeldes stellen. Scherer rechnet dabei mit einer anhaltenden Abwertung des Franken. «Ich gehe von einer weiteren Abschwächung des Schweizerfrankens in den kommenden Wochen aus, was der weiteren Erholung des SMI förderlich sein wird», sagte der Analyst. «Die Erholung wird aber im Vergleich zu den letzten drei Wochen eine Verlangsamung erfahren und es dürften mehr negative Tage zu verzeichnen sein.»

Grossbanken sind für Überraschung gut

Die Grossbanken bekennen Farbe: Die UBS legt die Zahlen bereits am Dienstag vor, die Credit Suisse wird am Donnerstag Zeugnis ablegen über das Geschäftsjahr 2014. Analysten rechnen bei der UBS mit einem Gewinnanstieg um mehr als 10 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken und einer deutlich höheren Dividende.

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Grossbanken wie die UBS und Credit Suisse seien aber immer für eine positive oder negative Überraschung gut, sagt Scherer. «Sollte die Dividende im Falle der CS gekürzt oder im Falle der UBS nicht verdoppelt werden, so drohen Kursrückgänge», fügt der Experte an.

Spannung bei Sulzer

Neben den Grossbanken informieren aber auch eine Reihe anderer Finanzfirmen über den Geschäftsgang im vergangenen Jahr. Die Bank Linth wird am Dienstag rapportieren, die St. Galler Kantonalbank und die Bank Vontobel einen Tag darauf. Am Donnertag folgt dann die Thurgauer Kantonalbank und am Freitag wird auch noch die Basellandschaftliche Kantonalbank Zahlen auftischen.

Neben den Finanzwerten interessieren auch andere Firmen: Wichtig sind sicherlich die beiden Industriefirmen Schindler und Sulzer sowie das Verpackungsunternehmen Bobst. Interessant dürfte es dabei vor allem bei der Winterthurer Traditionsfirma werden. Der Industriekonzern arbeitet intern an einem «Sulzer Full Potential Program». Unterstützt wird der Winterthurer Konzern gemäss «Handelszeitung» von Unternehmensberater von Bain. Firmensprecherin Verena Gölkel bestätigt: «Bain & Company berät uns bezüglich unserer Mittelfristplanung.» Die Resultate der Analyse werden am Capital Market Day am 12. Februar der Öffentlichkeit präsentiert.

Lesen Sie das ganze Interview mit Adrian Scherer auf finanzen.ch. Dort gibt er auch einen Ausblick auf die Schweizer Börse in den kommenden zwölf Monaten.