Die Angst vor der Rezession beschleunigt den Fall des Dollar weiter. Ist er in Gefahr, seine Rolle als wichtigste Währung der Welt zu verlieren? Das würde einen massiven Umbau des Weltfinanzsystems erfordern – und darauf dürften die Märkte tatsächlich noch lange nicht vorbereitet sein.

Denn der Dollar ist an 86% der täglichen globalen Währungstransaktionen im Gesamtwert von 3,2 Billionen Dollar beteiligt, oft als Zwischenstufe bei der Umrechnung zweier Währungen, berichtet die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Im Jahr 2001 waren es sogar 90% der Transaktionen. Knapp zwei Drittel der Währungsreserven der Nationalbanken weltweit bleiben in Dollar notiert, trotz der weit verbreiteten Angst vor einer Massenflucht aus dem Dollar. Auf den Euro entfielen im Jahr 1999, bei seiner Einführung, 18%, heute sind es 25% – immer noch weniger als auf die D-Mark 1995.

Keine Alternativen

Auch die internationalen Rohstoffmärkte brauchen den Dollar. Der Greenback als Standardwährung im globalen Rohstoffgeschäft senkt für alle Marktteilnehmer die Transaktionskosten. Beispiel Brasilien. Nur 1% des brasilianischen Zuckerexports geht in die USA, dennoch wird das gesamte Zuckerexportgeschäft Brasiliens in Dollar abgewickelt. Gegen den Dollarverfall versuchen sich die Exporteure mit Futures-Kontrakten abzusichern. Auch die ölexportierenden Staaten können auf den Dollar nicht verzichten. «Wer Änderungen will, muss das gesamte Preissystem ändern – darauf ist niemand eingestellt», sagt Robert Mabro, Ex-Direktor des Oxford-Instituts für Energiestudien.

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Und Asien? «Es gibt keine Alternative zum Dollar als Handelswährung in Asien», glaubt Andy Xie aus Hongkong, ehemaliger Leiter der Asien-Gruppe bei Morgan Stanley. «Der Yuan wird den Dollar in Asien irgendwann ablösen. Aber es wird noch mindestens 30 oder 40 Jahre dauern.»