Im 1. Quartal dieses Jahres markierte der Dollar neue Tiefststände gegenüber dem Euro und fiel im Vergleich zum Yen so tief wie seit 1995 nicht mehr. Doch im mittlerweile sechsten «Bärenjahr» des
Dollar sprechen mehrere Währungsanalysten von einer möglichen Wende. «Der Dollar ist im Vergleich zu anderen Währungen immer noch sehr unterbewertet», sagt Robert Sinche von der Bank of America. «Es könnte eine kräftige Dollarrally erfolgen.»
Allerdings gehen viele Strategen davon aus, dass der Greenback sich erst erholen wird, wenn es eine Wende
in der US-Wirtschaft und im Häusermarkt gibt. Denn bis dahin muss die Fed die Zinsen weiter senken,
um einen totalen Abschwung zu bremsen. Fachleute glauben, dass sich die Abschwächung der US-Konjunktur im Lauf des Jahres auch auf Europa auswirken wird und die EZB die Zinsen ebenfalls senken
muss. Und dann könnte der Dollar profitieren, denn gegenüber dem Euro und anderen europäischen
Währungen erscheint er unterbewertet – nach Ansicht von Goldman Sachs um rund 25% auf Basis von
verschiedenen ökonomischen Vergleichsfaktoren wie etwa Kaufkraft.
«Wenn wir bei solchen Verhältnissen einen Turnaround erleben, wird er beträchtlich sein», sagt Jens Nordvig, Währungsanalyst bei Goldman Sachs. Er rechnet mit einem «mehrjährigen Umschwung»
und einem Bullenmarkt für den Dollar. Allerdings wird er hauptsächlich gegenüber den europäischen
Währungen gewinnen. Im asiatischen Raum könnte er weiter schwach bleiben.

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