Die von der Wirtschaft ersehnte Abschwächung des Frankens ist so weit weg wie nie zuvor. Die Kurse von Euro und Dollar fallen immer mehr. Zu Wochenschluss sank die europäische Währung unter 1.13 Franken, während der Dollar nicht einmal mehr 79 Rappen wert war.

Mit der drohenden erneuten Rating-Herabstufung des Euro-Krisenlandes Spanien durch die Agentur Moody's musste die Einheitswährung einen weiteren Vertrauensverlust der Investoren hinnehmen. Der tiefste Stand des Euros zum Franken wurde am Freitagabend bei 1.1298 gemessen.

Bei der US-Währung lag der unterste Wert bei 0.7853, nachdem sich die Wirtschaft der USA im zweiten Quartal unerwartet schwach entwickelt hatte. Die Händler verkaufen den Dollar aber auch, weil es immer noch keine Einigung im politischen Streit um die US-Schuldenobergrenze gibt. Die Angst vor einer Pleite der USA sorgt inzwischen auch am Geldmarkt für Stress.

Angesichts der verhärteten Positionen in den politischen Lagern der USA halten viele Beobachter eine Einigung für zusehends unwahrscheinlich. Stichtag für die Anhebung der Schuldengrenze ist der 2. August. Eventuell können sich die USA über diverse Kniffe noch ein paar Tage länger finanziell über Wasser halten.

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Für den Fall, dass es dann immer noch keine Einigung gibt, malen Marktteilnehmer in den schwärzesten Farben. «Das Chaos nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers wird im Vergleich dazu ein Zuckerschlecken gewesen sein», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Geldhändler.

Gold auf Höhenflug

Der Goldpreis hat dagegen einen neuen Höchststand erreicht. Nach der Veröffentlichung der neuesten, enttäuschenden Wirtschaftszahlen der USA kostete eine Feinunze des Edelmetalls in London kurzzeitig 1632.80 Dollar und damit so viel wie noch nie. Kurze Zeit darauf sank die Unze aber wieder unter 1630 Dollar.

(cms/sda)