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Geldpolitik
Donald Trump kritisiert Fed als «verrückt»

Donald Trump
Donald Trump: Der US-Präsident kämpft mit der schlechten Börsenstimmung.Quelle: Keystone

Der Präsident kritisiert die Fed wegen der Zinserhöhungen heftig. Notenbankchef Jerome Powell liess sich bisher indes nicht beirren.

Veröffentlicht am 11.10.2018

US-Präsident Donald Trump hat sich vor den Kongresswahlen auf die Notenbank Fed eingeschossen und befürchtet nach dem jüngsten Kursverfall an den Börsen weiteres Unheil für die Wall Street. «Ich denke, die Fed ist verrückt geworden», sagte Trump am Mittwoch vor einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania.

Sie mache einen Fehler, da sie die Zinsen so stark erhöhe. Die jüngste Talfahrt an den Börsen sei eine «Kurskorrektur», die seit langem erwartet worden sei: «Aber ich bin wirklich nicht damit einverstanden, was die Fed da macht.»

Powell gegen politische Einflussnahme

Trump hat mit seiner bereits mehrfach geäusserten Kritik an der Fed mit einer Tradition gebrochen, wonach sich US-Präsidenten nicht in das Geschäft der eigentlich unabhängigen Zentralbank einmischen. Und der Republikaner hat schon angekündigt, sich wieder kritisch zu Wort melden zu wollen, falls die Fed ihren Kurs fortsetze.

Die Vorwürfe lassen Notenbankchef Jerome Powell bislang aber kalt: Bei geldpolitischen Entscheidungen spielten «politische Faktoren oder ähnliches» keine Rolle, betonte er nach der jüngsten Zinserhöhung im September. Diese Haltung gilt Experten als entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Fed. Das zeigt auch der Blick auf die Türkei: Denn die massive Kritik des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an der dortigen Zinspolitik hat Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank aufkommen lassen und mit zur Währungskrise beigetragen.

Trump erwartet Kurskorrektur

Für die Wall Street geht Trump offenbar von weiteren Verlusten aus. Er sprach von einer Kurskorrektur. Auch Ökonom Oliver Pursche vom Vermögensverwalter Bruderman Asset Management in New York hält dies für plausibel: «Das ist wahrscheinlich der Beginn der Korrektur.»

Am Mittwoch hatten die drei wichtigsten Indizes an den US-Börsen mehr als drei Prozent im Minus geschlossen. Der S&P 500 und der Dow Jones gaben so stark nach wie seit Anfang Februar nicht mehr. Auch in Asien und Europa ging es mit fallenden Kursen weiter. Die Anleger reagierten dabei auf einen Bericht des Internationalen Währungsfonds, der angesichts steigender Zinsen in den USA und dem von Trump angezettelten Zollstreit vor Gefahren für die Finanzmärkte warnt.

Drei Zinserhöhungen in diesem Jahr

Die US-Währungshüter haben 2018 den Leitzins schon drei Mal angehoben - zuletzt auf das aktuelle Niveau von 2,00 bis 2,25 Prozent. Bis Ende 2019 haben sie vier weitere Schritte nach oben signalisiert.

Powell liess jüngst durchblicken, dass die Zinsen auch noch stärker steigen könnten, damit die Wirtschaft nicht überhitzt. Der nicht als Anhänger eines solchen Kurses bekannte Währungshüter James Bullard sprach sich unterdessen für mehr Zurückhaltung aus: «Wir müssen nicht mehr viel tun, um die Geldpolitik zu normalisieren», sagte der Chef des Fed-Bezirks St. Louis.

(sda/gku/mbü)

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