Barack Obama und John McCain werden sich in nächster Zeit wohl erst einmal auf ihren Wahlkampf konzentrieren. Dennoch sollten sie und ihre Berater auch darüber nachdenken, in welcher wirtschaftlichen Verfassung sie das Land im Januar 2009 vorfinden werden. Wenn es gut läuft, sieht es so aus: Robuste US-Exporte und Konsumanreize der Regierung helfen, in den kommenden Monaten eine Rezession zu verhindern. Wenn die Anreize nachlassen, gibt die Konjunktur zwar nach, erholt sich aber Anfang 2009 wieder, wenn sich Energie- und Häuserpreise stabilisieren. So muss es aber nicht laufen, deshalb sollten die Kandidaten folgende Punkte bedenken.

Häusermarkt: Die Wirtschaft kann sich nicht erholen, solange fallende Häuserpreise, zurückgehende Verkäufe und Neubauten sie herunterziehen. «Solange sich der Häusermarkt nicht stabilisiert, wird es Abschwungpotenzial geben», äusserte sich jüngst Fed-Chef Ben Bernanke. Zudem bedeuten die steigenden Hypothekenpreise eine Gefahr. Sie würgen die Refinanzierung ab und erschweren den Bau neuer Häuser.

Energie: Die hohen Energiepreise drücken die Konsumentenausgaben in anderen Bereichen. Ausserdem heizen steigende Ölpreise Inflationssorgen an. Die Fed hofft, dass steigende Arbeitslosenzahlen und andere Flauten in der Wirtschaft den Trend zu höheren Löhnen und Preisen abmildern, bevor ihre Glaubwürdigkeit in der Inflationsbekämpfung leidet. Wenn sich die Inflation verschlimmert, wird die Fed früher oder später die Zinsen anheben müssen.

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Kreditkrise: Für kurze Zeit sah es so aus, als hätte sich die Wall Street erholt. Doch der starke Einbruch des Aktienkurses von Lehman Brothers ist ein Signal, dass noch nicht alles überstanden ist. Die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditgewährung ist eine enorme Gefährdung der Wirtschaft.

Vielleicht hat der neue Präsident Glück und die dunklen Wolken verziehen sich Anfang 2009. Darauf vertrauen sollte er nicht.