Als erstes Schweizer Unternehmen publiziert die Duft- und Aromastoffherstellerin Givaudan am Donnerstag ihre 3.-Quartals-Umsatzzahlen. Die Analysten gehen davon aus, dass Givaudan in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Umsatz von 2,998 Mrd Fr. erwirtschaftet hat. Dies entspricht einem Plus von 1,4%. Laut den Vontobel-Analysten liegt die Bewertung von Givaudan in-line mit der Vergleichsgruppe. «Aufgrund der stärkeren Wachstums- und Margenentwicklung halten wir jedoch eine Prämie von 15 bis 20% gerechtfertigt», so Claudia Lenz und René Weber. Deshalb erhöhten sie das Kursziel auf 890 Fr. (von 810 Fr.) und bestätigen das Kauf-Rating.

Aktienkurs tiefer als Branche

Die Aktionäre vermochte das Unternehmen mit Sitz in Vernier dieses Jahr nicht recht zu überzeugen - seit Jahresbeginn verloren die Valoren 8,8% an Wert. Der SMI steigerte sich in derselben Periode immerhin um 11,1%. Dabei legte Givaudan trotz des schwierigen Marktumfelds ein gutes Ergebnis zum 1. Halbjahr vor. Die Firma erzielte zwar 0,6% weniger Umsatz als in der Vorjahresperiode, übertraf damit jedoch die Umsatzerwartungen der Analysten. Dennoch schlossen die Aktien gleichentags tiefer als der Markt, was auf Gewinnmitnahmen der Vortage zurückzuführen war. Noch im Juni überraschte das Unternehmen die Marktteilnehmer mit einer Kapitalerhöhung von 420 Mio Fr. Für Investoren war dies kurzfristig zwar eine wenig erfreuliche Massnahme, doch gelang es Givaudan so, die durch die Übernahme von Quest entstandene hohe Schuldenlast zu dämpfen. Der Verschuldungsgrad sank auf 33% (gegenüber 46% im Geschäftsjahr 2008).Jüngst bestätigte Givaudan ihre Ziele: Die Firma gibt sich zuversichtlich, 2009 stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. Bis 2010 sollen 200 Mio Fr. eingespart und eine Ebitda-Marge von 22,7% erreicht werden. Mit einem Marktanteil von rund 13% ist Givaudan das weltweit führende Unternehmen im Bereich Duft- und Aromastoffe. Die New Yorker Firma International Flavors and Fragrancens Inc. liegt mit einem Marktanteil von 12% Givaudan dicht auf den Fersen. Im Gegensatz zur Nummer eins vermochte die US-Firma ihren Aktienkurs seit Jahresbeginn um 24% zu steigern. Nummer drei mit einem Marktanteil von 10% ist das Genfer Unternehmen Firmenich. Die Firma ist nicht kotiert, sondern befindet sich vollständig im Besitz der Familie Firmenich. Auf dem vierten Platz findet sich die deutsche Symrise.Ähnlich wie International Flavors and Fragrances steigerte sich der Wert der Symrise-Aktien seit Januar um rund 23%. Dies, obwohl sich die Halbjahreszahlen schwächer als jene von Givaudan präsentierten. Der Halbjahresgewinn von Symrise fiel im Vorjahresvergleich rund ein Drittel tiefer aus. Jüngst hiess es an einer Firmenpräsentation von Symrise, der Markt für Riech- und Aromastoffe werde dieses Jahr leicht schrumpfen. Während die 1. Jahreshälfte noch «herausfordernd» gewesen sei, sollte sich die Situation in der 2. Jahreshälfte entschärfen, so das Unternehmen. Auch die Analysten sind überzeugt von Symrise: Fast zwei Drittel empfehlen, die Titel zu kaufen. Givaudan überzeugt als Marktleaderin mit defensiven Qualitäten. Der unterdurchschnittliche Kurs sorgt für eine attraktive Bewertung.