Reis erreichte medienwirksam vor vier Wochen neue Höchstpreise. Auch andere Agrarprodukte haben sich in den letzten Monaten teilweise deutlich verteuert. Stichworte der Treiber des Booms sind veränderte Ernährungsgewohnheiten in aufstrebenden Ländern, höherer Durchschnittskonsum, leere Lager und, bei einigen Rohstoffen wie Mais oder Palmöl, Biosprit-Fantasie.

Auf den am höchsten kapitalisierten und liquidesten Untersektor, die Agrarchemiefirmen, emittiert Julius Bär jetzt einen in Dollar denominierten Aktienbasket. Der Schein JFARM (Valor 4223238) weist eine zweijährige Laufzeit auf und fasst die Aktien von 15 Firmen aus dem Agrarchemiesektor, also Dünger- und Pflanzenschutzmittelherstellern, auf. Vertreten sind neben hierzulande sehr bekannte Firmen wie Syngenta, K+S und Monsanto auch Unternehmen, welche Direktkäufer von Eiern und Gemüse allenfalls auf den ausgedienten Säcken der Düngerhersteller, welche Bauern als Unterlagen auf ihren Ständen verwenden, wieder erkennen: Agrium, Terra Industries, Terra Nitrogen, Yara oder Mosaic sind hier zu nennen.

Der Sektor boomt gegenwärtig. Die Analysten von CIBC stellten bei ihrem kürzlich publizierten Rückblick auf die jüngsten Quartalsergebnisse fest, dass die US-Firmen die Ergebnisvorgaben allesamt übertroffen hatten. Grund sind die steigenden Preise bei Agrargütern. Dies führt zu einer Ausweitung der Anbaufläche und zu vermehrtem Düngerbedarf. In den USA sind deshalb bereits Befürchtungen aufgetaucht, dass die Stickstoffdüngerproduktion mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann.

Anzeige

Attraktive Düngerproduzenten

So haben CF Industries, Mosaic, Potash, Terra Industries und Yara, alles Firmen, die im Julius-Bär-Basket vertreten sind, ausnahmslos Gewinne pro Aktie eingespielt, die deutlich höher als die Schätzungen ausgefallen waren. Und auch die Aussichten sind, soweit sich das überblicken lässt, gut. Denn bei Phosphat-Düngern sind in Indien kürzlich neue Rekordpreise erzielt worden. Die jüngsten Auktionen im Iran brachten neue Höchstpreise, bei diesen Düngern sind die beiden verfeindeten Länder verbandelt. Bei Pottasche, einem wichtigen Düngerrohstoff, hat BPC, die russische Exportkooperative, ebenfalls die Preise angehoben, aber man kann bis Ende Juni eigentlich gar nichts einkaufen, denn die Produktion ist bis Ende Juni ausverkauft.

Die Analysten der Credit Suisse halten deshalb die Phosphatdüngerhersteller gegenwärtig für das attraktivste Glied der Wertschöpfungskette. Kaum weniger attraktiv sind die Stickstoffdüngerproduzenten, weil hier die Preise an den US-Küsten ebenfalls neue Rekordhöhen erreicht haben. Die vorauslaufenden Terminmarktkontrakte weisen auf weitere Preissteigerungen hin, zumal bei Pottasche eine neue Verhandlungsrunde mit dem grossen Nachfrager Brasilien bevorsteht und die US-Preise alleine im letzten Monat um 6,4% gestiegen sind.

Dieses Umfeld spiegelt sich auch im jüngsten Abschluss von Syngenta, ebenfalls ein Vertreter im Basket. Die Analysten-Konsensschätzungen waren hinsichtlich des Umsatzes um 3,2% übertroffen worden. Der stärkste regionale Anstieg nach Saatgut und Pflanzenschutzmitteln kam aus Südamerika.

Gutes Chancen-Risiko-Verhältnis

Die Chancen stehen gut, dass die Nachfrage, die aus den aufstrebenden Ländern kommt, nicht unter den Folgewirkungen der US-Subprime-Krise auf die amerikanischen Verbraucher leiden wird – wenn man vom Dollarkurs absieht. Bei diesem Basket ist deshalb das Chancen-Risiko-Verhältnis günstig, wenn ein Anleger die inhärenten Risiken (Produktionszyklen, Wetterrisiken, Währungsrelationen) überblickt. Anlagen in die Zulieferer der Agrarindustrie erleichtern auch etwas das Gewissen – man profitiert nicht direkt von den Verknappungserscheinungen und den daraus resultierenden Unruhen in einigen Ländern.