Egal, ob die Märkte in den nächsten Monaten in den Himmel steigen oder zurück in den Keller fallen, mit strukturierten Produkten können Investoren auf jedes Szenario setzen. An der Börse Scoach, der Handelsplattform der Schweizer und der Deutschen Börse, gibt es inzwischen über 24 000 verschiedene Zertifikate. Heute finden Anleger deshalb für jede Markterwartung ein passendes Produkt. Zudem gibt es auch «Strukis» für jedes Risikoprofil. Egal, ob man sehr mutig ist, oder eher zu den konservativen Anlegern gehört.

Die Zertifikate lassen sich dabei in vier Kategorien einteilen. Es gibt sogenannte Hebelprodukte, Partizipationsprodukte, Renditeoptimierungsprodukte und Kapitalschutzprodukte. Ein Zertifikat bezieht sich immer auf einen sogenannten Basiswert. Dabei kann es sich um eine Aktie, einen Index, um Rohstoffe, Währungen oder Zinspapiere handeln. Wie viel Gewinn ein Anleger am Ende der Laufzeit macht, hat mit der Entwicklung dieses Basiswertes zu tun. Angelegt wird mit «Strukis» meistens mittel bis langfristig.

In jedem Umfeld geeignet

Weil sich Zertifikate auf Basiswerte beziehen, sind strukturierte Produkte mit dem Einbruch der Finanzmärkte vor zwei Jahren ebenfalls stark unter Druck gekommen. Nach zahlreichen durchbrochenen Barrieren und grossen Verlusten haben viele Investoren den Zertifikaten enttäuscht den Rücken gekehrt. Es gab aber auch einige Investoren, die trotz Krise die Vorteile dieser Anlageklasse genutzt haben und mit strukturierten Produkten erfolgreich auf sinkende Märkte und Indizes setzten. So kann man mit der richtigen Strategie auch im aktuellen Umfeld für schöne Gewinne im Portefeuille sorgen.

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Investoren, die eine Seitwärtstendenz an den Märkten erwarten oder davon ausgehen, dass sich der Aufwärtstrend seit März leicht fortsetzt, stehen unter den Renditeoptimierungsprodukten diverse Barrier- und Discount-Zertifikate zur Verfügung. Und für Anleger, die nicht gewillt sind, ein hohes Risiko zu tragen, sind für dieses optimistische Szenario geeignete Kapitalschutzprodukte erhältlich.

Zu den Renditeoptimierungsprodukten gehören die Discount-Zertifikate und die Reverse Convertibles. Beide Zertifikattypen gibt es auch mit einer Barriere versehen.

Ein Discount-Papier gibt dem Anleger die Möglichkeit, am Ende der Laufzeit eine Aktie oder einen vorher festgelegten Geldbetrag in bar zu beziehen. Weil der Investor mit einem Discount-Zertifikat das Anrecht erhält, eine Aktie zu einem unter dem aktuellen Kurs liegenden Preis zu kaufen, spricht man hier von Discount. Diese Art von «Struki» ist mit einem sogenannten Cap ausgestattet. Das heisst, dass der Investor nur bis zu einer bestimmten oberen Grenze am Kursanstieg des Basiswerts profitiert. Als Ausgleich für die begrenzte Gewinnchance erhält der Investor das Discount-Zertifikat eben günstiger als den zugrundeliegenden Basiswert. Um dies zu ermöglichen, kauft die Bank eine Aktie und verkauft gleichzeitig eine Call-Option auf den Basiswert.

Ein gleiches Auszahlungsprofil wie bei einem Discount-Zertifikat erhalten Anleger beim Investment in einen Reverse Convertible. Dieses Produkt kombiniert den Kauf einer festverzinslichen Anlage mit dem Verkauf einer Put-Option auf eine Aktie. Im Unterschied zum Discount-Zertifikat erhält der Investor hier aber einen garantierten Zins in Form eines Coupons. Diese Couponzahlung entspricht eigentlich dem Rabatt beim Discount-Zertifikat.

Versicherung gegen Kursverluste

Mit Hilfe eines Kapitalschutzproduktes wird dem Investor am Ende der Laufzeit die Rückzahlung eines im Voraus festgelegten Prozentsatzes des investierten Nominalbetrags garantiert. Zudem partizipiert der Anleger bei dieser Art von Zertifikat an der positiven Entwicklung des Basiswertes. Nun gibt es aber auch Kapitalschutzprodukte mit einem sogenannten Cap. Die Partizipation an einem steigenden Basiswert erfolgt bei einem solchen Produkt nur bis zur vorher definierten Obergrenze. Der Kapitalschutz wird bei dieser «Struki»-Art immer in Prozenten des Ausgabekurses ausgedrückt (zum Beispiel 80%). Zu beachten gilt es hier zudem Folgendes: Der Kapitalschutz bezieht sich nur auf den ursprünglichen Ausgabepreis (nominal) und eben nicht auf den Kaufpreis.