Unter der Flut von als Zertifikaten, ETF und in Fonds verbrieften strukturierten Produkten hat das Interesse für Hebelprodukte gelitten. Für risikofähige Anleger bestehen zurzeit jedoch zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Warrants und Mini-Futures, wie Jason Cuttler, Analyst bei Goldman Sachs, darlegt.

Durch den Kauf von Calls und Puts profitieren Anleger überproportional von steigenden oder fallenden Basispreisen. Beim Kauf eines Calls partizipieren Anleger unbegrenzt von der positiven Performance des Basiswertes. Ihr Einsatz beschränkt sich auf die Kaufkosten der Calls. Prinzipiell geschieht das Gleiche bei einem Put, aber hier steigt der Wert des Puts, wenn der Basiswert fällt.

Strategien für Profis

Institutionelle Anleger haben zusätzlich die Möglichkeit, Calls und Puts auf eigene Aktienbestände zu verkaufen und so die Gesamtperformance ihres Portefeuilles zu verbessern. Allerdings sind die Verlustrisiken prinzipiell unlimitiert. Zudem können Anleger «Cash extrahieren». Darunter versteht man den Verkauf von Aktien und den Kauf von lang laufenden Calls mit Ausübungspreisen in der Nähe des aktuellen Kursniveaus. Diese Anleger ziehen Geld aus einer bestimmten Aktienposition heraus und verflüssigen dieses Geld für andere Anlagen.

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Das Risiko ihrer Anlagen wird «natürlicherweise» auf den Kaufpreis der Calls begrenzt, sie können dabei von Preisanomalien zwischen den Aktien- und Derivatemärkten profitieren. Nachteilig sind bei Derivatepositionen die fehlenden Stimm- und Dividendenrechte, die mit einem Aktienbesitz einhergehen.

Putverkäufe haben schliesslich für den Verkäufer den Vorteil, dass nichts passiert, wenn die Aktie nur leicht verliert oder der Kurs stabil bleibt. Die Prämie bleibt dann beim Verkäufer. Deshalb ist auch die Gesamtperformance im Vergleich zur «reinen» Aktie leicht besser. Die Einführung von Barrieren senken die Risiken für den Verkäufer. Als verbriefte Produkte sind solche Reverse Convertibles oder Discounter auch für Kleinanleger zugänglich. Durch die Einführung von zwei Barrieren, einer nach oben und einer nach unten, können Warrantanleger eine Spanne bei der Kursentwicklung des Basiswertes ausnutzen. Diese Vorgehensweise ist als Korridor-Produkt verbrieft worden.

Volatilität bestimmt den Preis

Der Preis «gewöhnlicher» Warrants wird auch von der Volatilität, der erwarteten Schwankungsbreite, gesteuert. Hier gilt: Je höher die Volatilität des Basiswertes, desto «teurer» der Call- oder Put-Warrant. Call- und Putkäufe und -Verkäufe drücken auch immer eine bestimmte Meinung zur Volatilitätsentwicklung aus. Wenn diese niedrig ist und Anleger mit einer stark steigenden Volatilität rechnen - etwa bei möglichen Gewinnenttäuschungen bei bestimmten Aktien -, können Anleger auch Call- und Putkäufe mit gleicher Laufzeit, gleichem oder verschiedenem Ausübungspreis und auf den gleichen Basiswert vornehmen. Solche Strategien sind jedoch gegenwärtig schwer zu kalkulieren, weil die Volatilität immer noch deutlich über den langfristigen Durchschnittswerten liegt.