Metalle, vor allem Industriemetalle, sind sehr gesucht. Immer wieder erscheinen Meldungen, wonach Diebe in europäischen Ländern Kabel, Kanaldeckel oder Rohre von Strassen oder Gebäuden entfernen und verschwinden lassen. Grund sind die immens gestiegenen Preise, die nicht nur das Schrottgeschäft beleben, sondern auch andere Formen des Recycling begünstigen. Gegenwärtig werden für Kupferschrott 4 bis 6 Euro pro kg von europäischen Grosshändlern bezahlt – je nach Form und Qualität des Diebesgutes.

Vom Preisanstieg profitieren

Auch viele Anleger profitierten in den letzten Jahren von gestiegenen Metallpreisen. Massgeblich sind hier die Notierungen an der Londoner LME. Die Preise liegen bei 8500 Dollar pro t, nach einem Taucher auf 7700 Dollar Mitte März haben sich die Preise wieder erholt. Die beiden Preis-Tracker COPOQ und COPOE haben den Aufschwung mitgemacht, COPOQ beispielsweise ist von 8.40 Fr. im Dezember auf über 11 Fr. gestiegen. Ein Teil des Preisanstiegs beim Kupfer ist durch den DollarPreiszerfall kompensiert worden.

Eine etwas andere Preisentwicklung zeigt Nickel. Der Preis ist seit Anfang März von 34000 auf 24000 Dollar pro t zurückgegangen. Neben einigen Mini-Futures sind in der Schweiz auch die beiden Preistracker NICOE und NICOQ erhältlich. NICOE fiel in den letzten zwölf Monaten von 7 auf 4 Dollar und scheint auf diesem Niveau Boden gefunden zu haben.

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Die Bank Vontobel kombiniert jetzt beide Metalle in einem zu 80% kapitalgeschützten Produkt mit dem Kürzel VUCNI. Die Laufzeit endet Ende April 2011. Der Schein lautet auf den Dollar, die Stückelung ist jeweils 1000 Dollar. Ab dem Ausübungspreis partizipiert der Anleger mit 173% an den Preisfortschritten von Kupfer und Nickel. Beide Metalle sind mit je 50% gewichtet.

Die Credit Suisse erwartet in den nächsten zwei Jahren in ihrer jüngsten Prognose zum Kupferpreis ein gehaltenes Niveau um 4 Dollar pro Pfund (entsprechend 8500 Dollar pro t). Kurzfristig spielen Streiks in einigen Minen eine gewisse Rolle, aber nach 2011 soll sich der Kupferpreis laut den Analysten der Credit Suisse auf 2 und später dann auf noch 1.50 Dollar pro Pfund mehr als halbieren.

Derzeit schwächt sich das Nachfragewachstum aus China laut den Volumen an der Börse von Sshanghai etwas ab. Mittelfristig wirkt stabilisierend, dass die Märkte das Angebot überschätzen. Bei der Credit Suisse erwartet man einen Anstieg der Nachfrage um 2% für 2009 und ein Wachstum des Angebots um 3,3%. Allerdings sind beide Werte lediglich Prognosen und deshalb mit einigen Unsicherheiten behaftet.

Für den Nickelpreis erwarten die Analysten von der Citigroup ein ähnliches Preismuster: Stabilisierung auf hohem Niveau in diesem Jahr, einen Preisrutsch von 15% für 2009 und etwa halbierte Preise gegenüber dem aktuellen Niveau für 2010. Lediglich vom Zink erwarten die Analysten der Citigroup mittelfristig stabile Preise auf Dollarbasis.

Prognosen könnten auch irren

Sämtliche Analysten räumen ein, dass ihre Prognosen mit gewisser Unsicherheit behaftet sind und dass der von ihnen erwartete Preisrückgang auch schwächer als vorhergesagt ausfallen könnte. Die wichtigsten Faktoren für Käufer dieses kombinierten Kupfer-Nickel-Produktes sind die Nachfrage in den aufstrebenden asiatischen Ländern und die Wertentwicklung der amerikanischen Währung. Weil einige Währungsanalysten vom Dollar eine deutliche Erholung erwarten, bildet das Währungsrisiko bei diesem Zertifikat einen gewissen Schutz vor einem Preiszerfall bei den Industriemetallen und einen Extra-Booster, falls sich die Preise von Kupfer und Nickel gut entwickeln. Und dann könnten auch Metalldiebe ihr Einkommen vermehren, ohne die Kanaldeckel zu entfernen.