DERIVATE DER WOCHE. Mit 889 Dollar erreichte das Gold Ende letzter Woche einen neuen Rekordpreis. 2007 betrug der Anstieg 50% für Anleger, die in Dollar rechnen. Etliche Besitzer von Calls auf den Goldpreis vervielfachten ihren Einsatz. Die Zeichen stehen gut, dass die Rally noch weitergeht. Es sind in den letzten Wochen von Analysten Prognosen zwischen 600 und 1000 Dollar für die Feinunze gemacht worden. Die meisten Analysten erwarten Preise um 750 Dollar, mit einzelnen Preisspitzen um 900 Dollar.

Nachfrage bleibt stark

Solche Preisspitzen sind insbesondere für kurzfristig disponierende Gold-Optionsanleger interessant. Wenig Gefahr für das Preisgefüge droht von der Angebotsseite. Hauptgrund der zögerlichen Angebotssteigerung sind die explodierenden Kapitalkosten. Die Grenzkosten der Förderung inklusive Capex liegen gegenwärtig bei 550 Dollar. Unter diese Grenze dürfte der Goldpreis nicht fallen, obwohl vergangene Goldpreisbaissen gezeigt haben, dass der Unzenpreis gelegentlich auch unter die Grenzkosten der Minen fallen kann.

Und bemerkenswert robust blieb trotz der Hausse die Nachfrage. Der Verkauf an den Schmuckhandel stieg. Bei Käufern aus dem Mittleren Osten um 17%, bei denen aus Indien gleich um 29% im Vergleich zu 2006. Weil in diesen Regionen das Wirtschaftswachstum weiterhin robust ist und sich auch Juweliere auf steigende Preise einstellen, dürften die Käufe aus diesen Regionen nicht zurückgehen. Direkt und indirekt (über ETF) dürfte ausreichend Geld in den Edelmetallmarkt fliessen, um die Nachfrage zu stabilisieren.

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ETF sind eine gute Alternative zu Goldpreis-Trackern, beide sind liquide, und die Emittenten haben bei Trackern die Konditionen sehr fair gestellt (kleiner Spread, rasche Anpassungen der gestellten Kurse). Goldpreis-Tracker (auf die Londoner Nachmittagsfixierungen) haben die Dresdner (GOLDK), ABN Amro (XAUOE, GOLDQ), Goldman Sachs (GLDOE), die Deutsche Bank (DB0SEX), UBS (PMTAA) und Vontobel (VZXAU) ausstehend.

Gross ist die Auswahl bei Knock-out-Produkten, die Deutsche Bank und die Bank Vontobel haben entsprechende Scheine im Angebot. Sie bedürfen indes, genauso wie die von ABN Amro und Goldman Sachs emittierten Mini-Future, einer gewissen Aufmerksamkeit. Viel defensiver sind weit im Geld stehende Calls wie die vier CS-Scheine XAUCR, XAUCS, XAUCT und XAUCP. Solche Calls machen die Preisveränderungen des Basiswertes praktisch eins zu eins mit. Ganz mutige Anleger kaufen Scheine wie DB6957 mit Ausübungspreis bei 1000 Dollar. Der Verfall im Jahr 2010 bietet einen gewissen Schutz vor einem raschen Wertverfall.

Für defensive Anleger hat Vontobel den Bonusschein VZBXA emittiert, der Verfall ist erst im Mai 2009. Und rund 20 Discount-Zertifikate sind von der Deutschen Bank begeben worden. Discounter eignen sich für die Anleger, die eine Seitwärtsentwicklung beim Goldpreis erwarten.

Auch für konservative Anleger

Hier gilt: Je tiefer die Cap-Schwelle, desto konservativer ist das Produkt für den Anleger. Aufgrund der genannten fundamentalen Faktoren sind Scheine wie DB8FRN oder DB1PJL auch für Anleger geeignet, die nicht jeden Tag eine Fortsetzung der Goldhausse erwarten.