Nach enormen Kursschwankungen in die eine und andere Richtung kann sich die Bilanz der beiden Grossbanken-Aktien der letzten Woche sehen lassen. Die Aktie der Credit Suisse hat sich um knapp 15% erholt, die UBS um rund 13%.

Damit notiert die UBS-Aktie allerdings noch immer 30% unter dem Kurs vor einem halben Jahr, der CS-Titel 24% tiefer. «Wenn die Aktienmärkte insgesamt steigen, schwingen die Bankaktien oben aus und umgekehrt», erklärt Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die hohe Volatilität der Bankaktien werde in den nächsten Wochen anhalten. Der ZKB-Analyst bewertet beide Titel mit «Marktgewichten», nicht zuletzt, weil die künftige Ertragsentwicklung sehr unsicher ist.

Anleger gewöhnen sich derweilen an weitere Abschreibungen auf Subprime-Positionen. «Im Fokus steht nun, auf welche Bereiche die Kreditkrise noch übergreift», so Venditti. Anleger sorgen sich um die Schwierigkeiten der Kreditversicherer in den USA, um die Ausweitung der Krise auf Geschäftsliegenschaften sowie Konsumkredite und Autoleasing. «Betroffen könnten bald auch Hypotheken sein, die zwar nicht zum Subprime-Bereich gehören, aber dennoch geringere Anforderungen an die Schuldner stellen», erklärt Venditti. Doch wie viele von diesen sogenannte «Alt A»-Positionen die Banken in den Büchern hätten, sei unklar.

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Hätte eine der beiden Grossbanken im 4. Quartal 2007 noch grössere Leichen in ihren Kreditkellern entdeckt, hätte sie dies publizieren müssen. Es kann dennoch sein, dass die Jahresabschlüsse von UBS und Credit Suisse weitere negative Überraschungen zutage fördern. Venditti rechnet etwa bei der Credit Suisse im 4. Quartal 2007 mit weiteren Abschreibungen in der Höhe von rund 2 Mrd Fr. und bei der UBS mit einem Verlust für das gesamte Geschäftsjahr 2007. Die Credit Suisse wird am 12. Februar 2008 die Jahreszahlen vorlegen, die UBS folgt am 14. Februar.