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Finanzmärkte
Emerging Markets auf der Verliererstrasse

A partially damaged billboard is seen with the backdrop of a sparsely occupied residential building, in Gurgaon, India, Wednesday, Nov. 19, 2008. India and China's ability to resist the global economic slowdown will greatly influence whether the crisis drags the world into a depression, a top Pacific Rim trade community economist said Tuesday. The International Monetary Fund has said emerging economies, which include China and India
Ein Werbeplakat für eine Luxussiedlung in Indien.Quelle: Keystone

Die Zeichen bleiben ungünstig für die Finanzmärkte aufstrebender Länder. Investoren kehren dem Markt vermehrt den Rücken. Dabei gibt es auch Grund für Optimismus.

Von Matthias Jenzer*
am 17.10.2018

Die US-Wirtschaft boomt wie seit langem nicht mehr. Gestärkt von den kontinuierlich starken Wirtschaftszahlen strotzt die US-Notenbank FED vor Optimismus und erwartet steigende Zinsen bis tief ins nächste Jahr. Zudem bläst auch US-Präsident Donald Trump weiter kräftig zum Angriff gegen die Handelspraktiken Chinas. Die Erfolge mit Mexico und Kanada bringen frischen Rückenwind, pünktlich auf die so wichtigen Zwischenwahlen in Amerika.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Dies zeigt sich eindrücklich in der unterschiedlichen Entwicklung der Aktienmärkte. Während die USA neue Höchststände erreichen, dümpelt der Rest der Welt vor sich hin. Zuunterst auf der Rangliste findet man die Märkte aufstrebender Länder. Viele dieser Länder leiden trotz guter Wirtschaftsleistung unter zunehmenden Geldabflüssen.

Auf Euphorie folgt bald Ernüchterung

Wahrlich ein ausserordentliches Jahr für Amerika. Man darf jedoch nicht ausser Acht lassen, dass vieles vom aktuellen Höhenflug den Steuererleichterungen gutzuschreiben ist. Einiges deutet auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Tätigkeit des Kontinents im nächsten Jahr hin. Erste Anzeichen zeigen sich im Häusermarkt und der verbundenen Bautätigkeit sowie auch im Konsumverhalten insbesondere bei Autokäufen. Obwohl im Moment als nebensächlich abgestempelt, wird die aktuell beschleunigte Verschuldungsrate des Staates, der Unternehmen sowie des Konsumenten bald wieder Fragen aufwerfen.

Schön und gut, aber was hat dies mit Emerging Markets zu tun? Geldströme in und aus Emerging Markets reagieren stark auf veränderte Erwartungen für den US-Dollar sowie dessen Zinsen. Die aktuelle Stärke des Dollar wird bald vorbei sein. Mit aufkeimenden Signalen einer Verlangsamung wird auch die US-Notenbank etwas auf die Bremse treten müssen, was weitere Zinsängste zu drosseln vermag – gute Voraussichten für Emerging Markets und deren Währungen.

Die Korrektur bietet Einstiegschancen

Überdies sind jüngste Meldungen über weitere stimulierende Massnahmen aus China positiv zu werten. China hat ein genügend grosses Arsenal im Köcher um einer beschleunigten Wirtschaftsbaisse entgegenzuwirken. Wichtig nicht nur für das eigene Land, sondern auch insbesondere für die Asiatische Binnenwirtschaft.

Diverse Aktienmärkte aufstrebender Länder zeigen Bewertungen nicht weit entfernt von den Tiefstständen von 2015. Dies trotz gutem Gewinnwachstum, gemessen in lokaler Währung. Unsere Vorliebe gilt dem Asiatischen Raum. Viel Negatives ist berücksichtigt, viele Gelder abgeflossen. Zeit, einen Gang höher zu schalten.

* Matthias Jenzer, CIO, Quilvest (Switzerland) Ltd

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