1. Home
  2. Invest
  3. Emerging Markets: Reif für den Rebound?

Schwellenländer
Emerging Markets: Reif für den Rebound?

Chinese President Xi Jinping stands during a welcome ceremony for Dominican Republic President Danilo Medina at the Great Hall of the People in Beijing, Friday, Nov. 2, 2018. China is rolling out the red carpet for the second time this week for a Latin American leader whose country recently switched its allegiance from Taipei to Beijing. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Der chinesische Präsident Xi Jinping.Quelle: Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved

Der bisherige Jahresverlauf war ernüchternd für alle Anleger, die in Schwellenländern engagiert sind. Dennoch wäre es die falsche Strategie, jetzt die Flinte ins Korn zu werfen.

Von Didier Rabattu*
am 23.11.2018

Obwohl der chinesische Präsident Xi in seinen letzten Äusserungen hart war, hat China in den letzten Wochen eine stärkere Bereitschaft zum Dialog mit den USA gezeigt und offener über Themen gesprochen, die nicht nur die USA, sondern auch andere grosse Handelsthemen betreffen. Wir erwarten, dass der bevorstehende G20-Gipfel ein wichtiges Ereignis in dieser Hinsicht sein wird und künftig zu sinnvolleren Diskussionen führen könnte. Konkrete Anzeichen einer Annäherung wären ebenso bedeutsam wie marktbewegend, insbesondere angesichts der Befürchtungen einer weitergehenden Eskalation, die in den letzten Monaten zu einer Neubewertung riskanter Anlagen wie Emerging Markets-Aktien geführt haben.

Positive Wirkung der US-Midterms

Die politische Spaltung im Kongress mindert die Wahrscheinlichkeit von vertrauensbelastenden Risiken wie eine Amtsenthebung und die Rücknahme von Steuervergünstigungen. Das dürfte die Unsicherheit weiter verringern. Bei der Sitzung der Federal Reserve im November gab es keine Überraschungen, was die noch vor einigen Wochen vorherrschende Angst vor einer eher restriktiven Geldpolitik verringern sollte.

Der chinesische Economic Surprise Index zeigt Anzeichen für einen nachhaltigeren Aufwärtstrend, der sich von -53 zu Beginn dieses Jahres auf -3 verbessert hat. Die jüngsten Export-/Importzahlen entsprachen diesem Trend, obwohl Anfang nächsten Jahres wegen der neuen Zölle mit einer gewissen Schwäche gerechnet wird,

Alles in allem gehen wir davon aus, dass das Wachstum in China im nächsten Jahr nach oben überraschen wird. Die für 2019 prognostizierte Wachstumsrate von 6,2 Prozent könnte eine Aufwärtskorrektur erfordern, wenn sich die Auswirkungen der verschiedenen politischen Massnahmen in den Wirtschaftsdaten zu zeigen beginnen.

Extremer Bewertungsabschlag passt nicht zu Fundamentaldaten

Die Bewertungslücke, die sich nach einem ereignisreichen Jahr 2018 in den Emerging Markets aufgetan hat, erscheint nicht mit den zugrunde liegenden Fundamentaldaten vereinbar. Nicht nur die Dividendenrendite, sondern auch die Preis-Buchwert-Differenzen sind derzeit trotz eines stärkeren Wachstums so extrem wie Ende 2015 bzw. Anfang 2016. Da die Revisionen des Emerging Market-Wachstums in den kommenden Monaten angeführt von China voraussichtlich positiv ausfallen werden, gehen wir davon aus, dass dieser Abschlag vom Markt neu bewertet werden muss und eine treibende Kraft für eine mögliche Erholung bis zum Jahresende sein wird.

*Didier Rabattu, Head of Equities bei Lombard Odier Investment Managers, untermauert seine Zuversicht mit mehreren Gründen. 

 

Anzeige