Einer der grössten Befürworter eines Gesetzes zur Begrenzung des CO2-Ausstosses, das aktuell im US-Kongress diskutiert wird, ist die Atomindustrie. Sie verspricht sich davon einen milliardenschweren Gewinn. Der Kongress erörtert die Einführung eines Systems, das den Unternehmen vorgibt, wie viel CO2 sie künftig emittieren dürfen. Noch für diesen Sommer wird ein Gesetz erwartet, das den Energieerzeugern nur noch die Hälfte des jetzigen Schadstoffausstosses erlaubt. Die Unternehmen wären dadurch gezwungen, entweder auf einem offenen Markt die restlichen CO2-Zuteilungen zu kaufen oder die Emissionen zu reduzieren.

Atomkraftanlagenbetreiber würden zweifach profitieren. Zum einen stossen ihre Anlagen kein CO2 aus; sie müssten keine Emissionsrechte kaufen. Zum anderen würde ein solches System die Elektrizitätspreise in die Höhe treiben, da die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken die zusätzlichen Kosten wohl auf die Verbraucher abwälzen. In deregulierten Märkten setzen die Erzeuger mit den höchsten Kosten die Marktpreise, für die Atomkraftanlagenbetreiber hätten die Aufschläge einen höheren Gewinn zur Folge. Exelon, der grösste US-Atomanlagenbetreiber, könnte im Jahr zwei Milliarden Dollar zusätzlich einnehmen.