Unter US-Wählern wird der Ruf nach mehr Wind- und Sonnenenergie laut, doch gleichzeitig sprechen sie sich für eine Ausweitung der Ölförderung aus. Das ergab eine Umfrage des «Wall Street Journal» (WSJ) in Zusammenarbeit mit NBC News. Das Ergebnis der Befragung lässt den Schluss zu, dass sowohl Demokraten als auch Republikaner ihre jeweiligen Positionen in der Energiepolitik geschickt verpacken müssen, wenn sie einen politischen Vorteil im Wahlkampf daraus ziehen wollen.Die Demokraten lehnen eine Ausweitung der Ölförderung vor den US-Küsten ab und betonen die Wichtigkeit von alternativen Energien. Die Republikaner wollen dagegen die Ölförderung auf Gebiete ausweiten, die derzeit noch unter Schutz stehen.

Führer beider Parteien haben unlängst damit begonnen, in die Meinungsmitte zu drängen, wo die meisten Wähler zu stehen scheinen. Laut der WSJ/NBC-Umfrage sagen 72% der Befragten, dass die Entwicklung alternativer Energien «viel für das Land bewirken könne». Wird die Frage anders formuliert, wählen 62% der Umfrageteilnehmer die «Entwicklung alternativer Energien» als den Schritt, auf den die Politik das meiste Gewicht legen sollte.Auf die Frage, ob die Ausweitung der Bohrgebiete auf die Küstenregionen der Vereinigten Staaten ein Schritt in die richtige Richtung sei, antworten 63% mit Ja. 44% sagen, es würde «viel bewirken», und nur 27% glauben, dass es «ein Schritt in die falsche Richtung» sei.«Die Wähler erzählen uns, dass sie alles wollen», sagt Neil Newhouse, ein Republikaner, der zusammen mit dem Demokraten Peter D. Hart die Umfrage leitete. Laut Hart zeigen die Ergebnisse, dass die momentane Energiedebatte zwischen dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain und seinem demokratischen Rivalen Barack Obama «nicht der Kampf ist, der die Amerikaner interessiert».