BRIC.

Die Gewinner an den Aktienmärkten waren 2007 dünn gesät. Während die meisten Märkte der alten Welt ab Sommer der Subprime-Krise zum Opfer fielen, blieben die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) überraschend lange unberührt. Erst im Oktober bremste eine volatile Phase den schwungvollen Aufwärtstrend der vorherigen Monate aus.

Dennoch verzeichneten die vier Leitindizes 2007 ansehnliche Renditen: In Hongkong und São Paolo erzielten der Hang Seng und der Bovespa-Index einen Zuwachs von je 37%. In Indien vermochte der Sensex gar fast 50% zuzulegen. Der RTX in Russland lag im Vergleich mit seinen Emerging-Markt-Gegenspielern mit knapp 17% etwas abgeschlagen im Rennen.

«Eigendynamik nimmt zu»

Für Christian Schick, Portfoliomanager bei Fortis Investments, ist der Grund für das gute Abschneiden der BRIC-Staaten trotz Subprime-Krise vor allem struktureller Natur. Er beobachtet eine zunehmende wirtschaftliche Entkopplung der Schwellenländer von den entwickelten Ländern: «Die Emerging Markets haben eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Die Abhängigkeit von den Entwicklungen in den USA ist gesunken.» Agnes Arlandis, Head of Emerging Markets bei HSBC Private Bank, sieht die Ursache für die verschont gebliebenen BRIC-Staaten darin, dass Banken und institutionelle Investoren der BRIC-Länder nicht oder nur wenig in Wertschriften investiert waren, welche von der Subprime-Krise betroffene Hypotheken beinhalteten. Der vermeintliche Nachteil der vornehmlich lokal tätigen Banken hat sich also – gemäss dieser These – als grosser Pluspunkt erwiesen.Auf die Schulter klopfen dürfen sich demnach Anleger, welche den Trend voraussahen und auf strukturierte Produkte mit BRIC-Ländern gesetzt haben. Die Produkte haben sich grösstenteils positiv entwickelt – wenn auch die Performance stark variiert. Am häufigsten werden klassische Bull-Tracker-Zertifikate gehandelt. Beliebt sind auch Kapitalschutzprodukte, da Investitionen in BRIC-Länder gemeinhin als relativ riskant gelten.

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Die Qual der Wahl bei Produkten

Die Auswahl an Schwellenländer-Strukis ist gross. Allein ABN Amro bietet 22 auf BRIC lautende Vehikel an. Die Credit Suisse führt 25 entsprechende Papiere. Weitere Emittenten sind UBS, Vontobel, DWS, ZKB, Deutsche Bank und Goldman Sachs. Die Auswahl eines starken Basiswerts ist das A und O. Dem ABN-Amro-Open-End-Zertifikat (Valor: 2374350) unterliegt etwa ein Basket mit vier Index-Zertifikaten: Seit Emission im Dezember 2005 wird ein Zuwachs von satten 125% verzeichnet. Auch die UBS-Perles (Valor: 2601403) auf den S&P BRIC 40 Index haben seit Liberierung im Juni 2006 mit 100% kräftig zugelegt. Ein beliebter Basiswert – etwa von Goldman Sachs – ist der DAX Global BRIC Price Return Index, welcher im letzten Jahr 46% gestiegen ist. Falls beispielsweise der Leitindex des chinesischen Festlands Hang Seng getrackt wird, muss sich der Anleger bewusst sein, dass darin auch international tätige Finanzinstitute enthalten sind, welche teilweise nur einen Drittel ihres Geschäftes in China abwickeln.

Die Warnlampen sind an

Auch dieses Jahr spricht vieles für die Schwellenländer. Investmentpotenzial bietet etwa Russland, wo sich der neue Mittelstand positiv auf den Inlandkonsum auswirken wird. Portfoliomanager Christian Schick ist für alle Emerging Markets recht positiv eingestellt und übergewichtet den Sektor – wenngleich die Stimmen über eine mögliche Blase in China lauter werden. Angesichts dieser Gefahr mahnt er: «Die Warnlampen sind an: Die Bewertungen in China sind bereits sehr hoch.» Dennoch könne noch nicht von einer Blase gesprochen werden – es müsse aber mit deutlich erhöhter Volatilität gerechnet werden. Arlandis rechnet für 2008 zwar angesichts der unsicheren Auswirkungen einer allfälligen Rezession der US-Wirtschaft auf die Weltwirtschaft nicht mit vergleichbaren BRIC-Erträgen wie 2007, dennoch sieht auch sie einen positiven Trend.

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