Die Aktien von AFG fallen am Freitagmorgen mit Gewinnen auf. Der Bauausrüster hatte vorbörslich bedeutende Wechsel im Verwaltungsrat (VR) bekannt gegeben. So tritt VR-Präsident Rudolf Graf per sofort zurück und auch VR-Mitglied Andreas Gühring wird sich an der kommenden GV nicht mehr zur Wahl stellen. Sie beide machen Platz für den neuen Grossaktionär Michel Pieper und dessen Gefolgsmann, den Feintool-Präsidenten Andreas von Witzleben. Von Witzleben soll nach seiner Wahl das Präsidium bei AFG übernehmen.

Analysten zeigen sich nicht überrascht und erwarten vom neuen Verwaltungsrat vor allem eine überzeugende Unternehmensstrategie. Die AFG-Papiere gewinnen gegen 9.30 Uhr bei hohem Volumen 1,9 Prozent auf 18,35 Franken. In der Eröffnungsphase hatten die Titel fast 4 Prozent zugelegt. Der Gesamtmarkt SPI steht aktuell um 0,39 Prozent höher.

Keine Überraschung

Für die Analysten ist der Rücktritt von VRP Rudolf Graf keine Überraschung. Die Bank Vontobel beispielsweise verweist auf die abgeschlossene Devestitionsphase und den neuen Ankeraktionär Michael Pieper. Man erwarte nun, dass Pieper und insbesondere von Witzleben eine aktive Rolle in der Feinjustierung der AFG-Strategie spielen, heisst es in einem Kommentar der Bank vom Freitag.

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Dies sei von entscheidender Bedeutung, um die Rentabilität zu steigern. Kurzfristig bestünden allerdings substanzielle Risiken wie Restrukturierungskosten und mögliche Abschreiber sowie ein anhaltender Preisdruck im Schweizer Fenstermarkt. Vontobel hält daher am «Hold»-Rating fest bei einem Kursziel von 16,00 Franken.

Harte Zeit steht bevor

Am «investment case» ändere die Personalrochade gar nichts, wie Baader Helvea einwirft. In den kommenden zwölf Monaten stehe dem Unternehmen eine «harte» Zeit bevor im Hinblick auf das «raue» Umfeld im Schweizer Fenster- und Türenmarkt. Auch hier hält man am Votum «Hold» fest, das Kursziel liegt mit 20 Franken aber klar über der Schätzung von Vontobel.

Und auch die Experten der Zürcher Kantonalbank sehen die wichtigste Aufgabe des neuen Verwaltungsrates darin, eine überzeugende Strategie für das unter Druck stehende Fenstergeschäft zu definieren. Insgesamt werden die News von der Staatsbank «leicht» positiv bewertet.

(awp/ise)