Der schwedische Finanzinvestor EQT erwägt Insidern zufolge einen Börsengang in Stockholm und Zürich, um die weitere Expansion zu finanzieren. Eine Doppelnotierung an den Aktienmärkten der schwedischen Hauptstadt und der Schweizer Finanzmetropole, in der EQT eine zweite Firmenzentrale hat, sei denkbar, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. EQT wolle sich ähnlich aufstellen wie die Private-Equity-Gesellschaft Partners Group.

Druck, das Unternehmen an die Börse zu bringen, kommt vom Anteilseigner Investor AB. Die Investmentgesellschaft der schwedischen Wallenberg-Familie wolle ihr Engagement bei EQT reduzieren, erklärten mit dem Börsengang vertraute Banker. Reuters hatte bereits im Februar über die Börsenambitionen von EQT berichtet.

EQT-Chef blickt für weiteres Wachstum nach Asien

EQT-Chef Christian Sinding äusserte sich in einem Interview mit Reuters nicht konkret zu den Börsenplänen. Das Unternehmen könnte im Rahmen der letztes Jahr eingeleiteten strategischen Überprüfung ein Initial Public Offering (IPO) verfolgen, sagte der 46-jährige Norweger. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen soll nach dem Sommer fallen.

Wachsen will EQT in Bereichen, in denen der Investor noch wenig präsent ist. Ein Vorstoß in neue Anlageklassen sei dagegen nicht geplant. Nachdem ausserhalb der nordischen Länder zuletzt vor allem Deutschland und die Schweiz zum Wachstum beitrugen, rücke nun Asien in den Mittelpunkt. «Asien bietet große Wachstumschancen und wir wollen unsere Präsenz dort verstärken», sagte Sinding.

In der Region Asien-Pazifik hat EQT rund 16 Prozent seines insgesamt 40 Milliarden Euro schweren Portfolios investiert. Mehr als die Hälfte sind Beteiligungen in Europa, wobei die nordischen Länder mit 33 Prozent dominieren.

In Amerika hat EQT ein Fünftel des Vermögens investiert. Im Mai griff ein Konsortium um EQT und einen Staatsfonds aus Abu Dhabi (ADIA) für rund zehn Milliarden Franken nach dem Hautpflege-Geschäft von Nestlé.

(reuters/mlo)

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