Trends zu folgen, hat sich am 5,3 Billionen Dollar schweren Devisenmarkt als beste Strategie zum Geldverdienen erwiesen.

Nach einer kurzen Flaute ist der sogenannte «Momentum»-Handel im laufenden Quartal wieder voran gestürmt und brachte 1,6 Prozent ein. Dazu beigetragen haben der Anstieg vom britischen Pfund und vom US-Dollar gegenüber dem australischen und dem neuseeländischen Dollar, wie ein Messwert der Deutschen Bank zeigt.

Verflogenes Grexit-Gespenst

Seit Jahresanfang hat die Strategie 4,4 Prozent eingebracht, im Vergleich zu einem Plus von 0,9 Prozent bei Strategien zum Kauf von Währungen mit der geringsten Kaufkraft und einem Verlust von neun Prozent bei Strategien, die aus Zinsdifferenzialen Gewinn zu schlagen versuchen.

Der Momentum-Handel hat Schwung gewonnen, seit die Besorgnis abgeebbt ist, dass Griechenland aus der europäischen Währungsunion ausscheiden könnte und sich das Augenmerk wieder auf das Thema divergierende Geldpolitik richtete. Die USA und Grossbritannien haben Kurs auf Zinserhöhungen genommen – die ersten seit fast zehn Jahren – während die Europäische Zentralbank sowie die Bank von Japan ihre beispiellos lockere Geldpolitik fortsetzen. Damit hat die Beliebtheit von Dollar und Pfund bei den Händlern wieder zugenommen.

Folge dem US-Dollar

«Die aktuelle Momentum-Strategie ist, dass die Investoren dem starken Dollar hinterherlaufen», sagt Irene Aldridge, Managing Director und quantitative Portfoliomanagerin bei ABLE Alpha Trading in Toronto. Die Gesellschaft entwickelt Algorithmen für Kunden. «Dort sehen wir hohe Erträge.»

Strategien, die Trends folgen, verwenden oftmals Computermodelle, um Muster in den Märkten zu erkennen. Sie dürften das dritte Jahr in Folge profitabel sein, nachdem sie sich von einer Schwäche im zweiten Quartal erholten, als Konjunkturdaten aus den USA schwächer als erwartet ausfielen, was die Spekulation auf steigende Zinsen dämpfte.

Hoffnung auf September-Zinswende

Der verbesserte Ausblick für den US-Arbeitsmarkt hat indes die Wahrscheinlichkeit wieder erhöht, dass die Federal Reserve bereits im September die Zinsen anhebt. Der Bloomberg-Dollar-Spot-Index hat sich im Juni um 2,3 Prozent erholt, nach einem Rutsch um 0,9 Prozent im Juni. Für dieses Jahr kommt der Index auf ein Plus von 7,2 Prozent, 2014 war er um elf Prozent gestiegen.

Die britische Währung hat in den letzten drei Monaten gegenüber einem Korb aus zehn Industrieländerwährungen 7,7 Prozent zugelegt, wie die Bloomberg-Correlation-Weighted-Indexes zeigen. Zum Euro kletterte das Pfund im Juli auf den höchsten Wert seit 2007.

Starker Juli

«Es war eine gute Zeit für Momentum, insbesondere der Juli war ein starker Monat», sagte Michael Sneyd, Devisenstratege bei BNP Paribas in London.

Weniger gut lief es für die Währungen von Ländern, die Rohstoffe exportieren. Neuseeländischer, kanadischer und australischer Dollar haben ihre Verluste in diesem Jahr ausgeweitet, als die Preise für Öl und Industriemetalle fielen. Zudem sind viele der Rohstoffwährungen auch unter Druck, da die Länder ihre Zinsen senken, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

(bloomberg/ise)

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