Mit Spannung erwarten die Investoren an der Börse die ersten Informationen zum Geschäftsgang der Bauzulieferer. Am Dienstag haben die beiden ersten Unternehmen - Sanitärtechniker Geberit und Wärme-, Kälte- und Waschtechnikspezialist Schulthess - ihre Umsätze im 4. Quartal und im Gesamtjahr 2008 publiziert. Während Geberit die Erwartungen leicht verfehlte, sorgte Schulthess für positive Nachrichten. Die Börse reagierte prompt: Die Investoren, die in den vergangenen Quartalen vom Sanitärtechniker stets mit glanzvollen Zahlen verwöhnt wurden, schickten die Geberit-Aktie auf Talfahrt. Bis zum frühen Nachmittag verlor sie im flachen Gesamtmarkt (Swiss Performance Index, + 0,12%) um über 7% und notierte zuletzt auf noch gut 105 Fr. Schulthess dagegen stiegen um 2,4% auf 42.50 Fr.

Geberit: Schwache Hauptmärkte

Geberit kämpfte vor allem mit den beiden schwachen Hauptmärkten Deutschland, wo der Sanitärtechniker 31,3% des Konzernumsatzes tätigt, und Italien (12,2%). Dort nahm der Umsatz jeweils um rund 2,5% ab. In Spanien (1,9%, Iberische Halbinsel), wo der Baumarkt völlig zum Erliegen gekommen ist, schrumpfte der Umsatz um 9,3%. Insgesamt sank der Konzernumsatz im 4. Quartal um 10,5% auf 495 Mio Fr.

Das ergab für das ganze Jahr einen Umsatzrückgang von 1,3% auf 2,46 Mrd Fr. Auf vergleichbarer Basis und wechselkursbereinigt entspricht dies einem Jahreswachstum von 3,2%, was nahe an Geberits mittelfristigen Zielen - ein Umsatzwachstum von jährlich 4 bis 6% - liegt. CEO Albert Baehny äusserte sich an einer Telefonkonferenz am Dienstag zuversichtlich. Massnahmen seien ergriffen worden und dank der breiten geografischen Aufstellung sei man «bereit für schwierige Zeiten». Für 2008 soll der Gewinn auf Stufe Ebitda leicht über dem Vorjahreswert von 25,7% liegen. Mit Prognosen zum laufenden Jahr hielt sich Baehny zurück - die Visibilität ist in den vergangenen Monaten rapide gesunken, was die Planung erheblich erschwert. Die Jahreszahlen folgen am 12. März.

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Leicht über den Erwartungen kam dagegen Schulthess zu liegen. Der Umsatz stieg dank der starken Position in der Wärme- und Kältetechnik um 15% auf 414,6 Mio Fr. Für 2008 erwartet Schulthess eine deutliche Steigerung des Ertrages.

Prognosen macht Schulthess, wie Geberit, noch keine. Das hat Gründe: Vorhersagen für 2009 sind mit Unsicherheiten behaftet. In Rezessionszeiten sinkt die Bereitschaft, in den Neu- oder Umbau von Immobilien zu investieren. Welche Wirkung die staatlichen Konjunkturprogramme entfalten, die auch die steuerliche Förderung von Gebäudesanierungen vorsehen, bleibt abzuwarten.

Zu den nächsten Bauausrüstern, die ihre Zahlen für 2008 vorlegen, gehören der Heizkörper- und Lüftungsanbieter Zehnder (23. Januar) und Küchen-, Fenster- und Türenhersteller Arbonia-Forster (27. Januar). Zehnder, die über das Gesamtjahr 2008 informiert, dürfte im Rahmen der Erwartungen liegen. Das Unternehmen reagiert spätzyklisch, der Abschwung dürfte daher ab 2009 spürbare Auswirkungen zeigen. Anders Frühzykliker Arbonia Forster: Der Bauausrüstet leidet bereits unter der Krise und sah sich bereits zu einer Gewinnwarnung gezwungen.