Ein erschreckend schwaches Ergebnis auf allen Ebenen», so lautet das Fazit von Sibylle Bischofberger, Analystin bei der Zürcher Kantonalbank, auf die 3.-Quartals-Zahlen des Implantate-Produzenten Nobel Biocare. Bereits am 10. Oktober wurde mit einer Gewinnwarnung der Umsatz publiziert: 132,8 Mio Euro – klar unter den Erwartungen. Auch die am Montag veröffentlichten Zahlen lagen deutlich tiefer als die Konsenserwartungen. Der Reingewinn sank auf tiefe 13,5 Mio Euro, der Ebit betrug 22,5 Mio Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel satte zwei Drittel an Wert verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2009 wird auf 10,5 geschätzt. Die Aktie befand sich auch überwiegend auf den Verkaufslisten und sackte teilweise um minus 7,8% ab. Verunsichernd wirkte auch die Tatsache, dass das Management keine quantitativen Aussagen zur Prognose für das Gesamtjahr machte. Nobel Biocare geht jedoch davon aus, das Marktwachstum «leicht zu unterbieten».

Selbst für das Marktwachstum von Zahnimplantaten sehen die Analysten eher schwarz. Vontobel-Analyst Christoph Gubler geht für 2009 und 2010 sogar von einem Nullwachstum aus. Er reduzierte daher das Rating von Nobel Biocare und Konkurrentin Straumann von «Kaufen» auf «Verkaufen». Der Analyst spricht von einem «Paradigmenwechsel» bei den Dentalimplantaten: «Die Branche ist also doch zyklisch.» Zuversichtlicher sind die Branchenvertreter: Anlässlich einer vor kurzem durchgeführten Veranstaltung war von einem jährlichen Wachstum von 6% die Rede.

Straumann schlägt den Markt

Etwas besser als bei Nobel Biocare sieht es beim Rivalen Straumann aus. Zwar gerieten die Valoren nach Publikation der 3.-Quartals-Ergebnisse ebenfalls stark unter Druck: Markante 13% büsste die Aktie am Tag der Veröffentlichung an Wert ein. Für den tiefer als erwarteten Umsatz (176,4 Mio Fr.) wurde jedoch in erster Linie das schwierige wirtschaftliche Umfeld verantwortlich gemacht. «Straumann wächst zwar schneller als die Mitbewerber, kann sich den schwierigen Marktbedingungen jedoch nicht entziehen», so Bischofberger. Das Management erwartet für 2008 neu ein Umsatzwachstum von 15 bis 17% in Lokalwährun-gen. Das KGV für 2009 wird auf 17,1 geschätzt – die Prämie gegenüber der schweizerischen Medizinaltechnologie sei fair, so Bischofberger.

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Mehrheit würde Aktie verkaufen

Am 6. November wird Ypsomed mit Sitz in Burgdorf die Halbjahreszahlen 2008/2009 vorlegen. Vor kurzem haben die Analysten den Titel von «Verkaufen» auf «Halten» hochgestuft – wegen der jüngsten Abwertung. Damit liegen sie jedoch in der Minderheit – fünf von sieben Analysten würden die Medtech-Valoren verkaufen.Dieses Jahr hat die Aktie der Entwicklerin von Injektions-Pens und Pen-Nadeln für Diabetes-, Wachstumshormon- oder Infertilitätstherapien «nur» 10,75% verloren – der Swiss Performance Index büsste seit Januar 27% ein.