Der Basler SpezialitätenchemieKonzern Clariant hat unerwartet bekannt gegeben, dass der Gesamtumsatz für 2008 um 5% gesunken ist (in Lokalwährungen: Plus 1%). Dagegen wurde die angepeilte Ebit-Marge zwischen 6,5% und 6,8% erreicht.

Wegen des deutlich verschlechterten Marktumfelds verstärkt Clariant nun ihr Kostensparprogramm. Zunächst werden weitere 1000 Stellen gestrichen. Auch die Bereiche Textil- und Lederchemikalien wurden überprüft, was per Ende 2008 zu Wertberichtigungen von 180 Mio Fr. führte. Die Anleger müssen ebenfalls rückwärts rechnen: Der Verwaltungsrat beantragt an der Generalversammlung vom kommenden 2. April, dass die Aktionäre auf eine Dividende und jegliche weitere Ausschüttung verzichten sollen.

Nach Publikation bewegte sich der Kurs von Clariant leicht über dem Gesamtmarkt.

Minus 24 Prozent im Jahr 2009

Die vollständigen Jahresergebnisse und weitere Details zum verschärften Massnahmenplan wird Clariant am 17. Februar publizieren. Die Aktie hat im Krisenjahr 2008 30% an Wert eingebüsst. Auch 2009 zeigt der Kurs südwärts: Seit Jahresbeginn stürzte der Titel satte 24% ab. Die Analysten sind skeptisch, was Clariant angeht: Zwei Drittel empfehlen, den Titel vorerst zu halten, während ein Drittel bereits zum Verkauf rät.

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Auf die jüngsten Nachrichten hat das Aktienresearch von JPMorgan das Kursziel für Clariant auf 4.50 Fr. (von 6 Fr.) gesenkt. Wegen weiterer Ertragsrisiken aufgrund des Preiszerfalls werde das Rating Underperform bestätigt, so die Analysten. Auch Martin Schreiber, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, der Clariant «marktgewichten» würde, kündigt an, er werde die operativen Gewinnschätzungen reduzieren. Sein Ausblick fällt ebenfalls skeptisch aus: «Aufgrund der Unsicherheiten an den Finanzmärkten und der Verlangsamung der industriellen Produktion dürfte das Marktumfeld für Clariant weiterhin schwierig bleiben.» Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wird von der Bank Vontobel für 2010 auf 5,5 geschätzt. Schnäppchenjäger sollten dennoch mit Zukäufen zuwarten.