Der Handel hätte eigentlich am Freitag um 11.00 Uhr New Yorker Zeit (17.00 Uhr Schweizer Zeit) beginnen sollen. Die Aktie der Nasdaq, die selbst an der Börse gelistet ist, fiel angesichts der Panne.

Bei der mit Spannung erwarteten grössten Internet-Börsengangs aller Zeiten liefen die Wetten auf den ersten Facebook-Kurs auf Hochtouren. Dieser sollte ursprünglich gegen 17 Uhr MESZ ermittelt werden.

Angesichts der Euphorie um den Börsengang von Facebook und der fortwährenden Unsicherheiten um die Eurozone haben sich die US-Börsen am Freitag moderat von ihren jüngsten Verlusten erholt. Nach etwas mehr als einer Stunde stand der zunächst wechselhaft gestartete Leitindex Dow Jones Industrial mit 0,20 Prozent im Plus bei 12.467,05 Punkten.

In seiner über zwei Wochen anhaltenden Schwächeperiode hat er bislang mehr als sechs Prozent an Wert eingebüsst und seinen Gewinn seit Jahresbeginn auf rund zwei Prozent reduziert. Allein im Laufe dieser Woche beläuft sich das Minus auf aktuell fast drei Prozent.

Der breiter gefasste S&P 500 lag am Freitag mit 0,28 Prozent und 1.308,56 Zählern im Plus und auch die technologielastigen Indizes an der Nasdaq tendierten nach schwächerem Auftakt mittlerweile freundlich. Der Composite Index stieg um 0,30 Prozent auf 2.822,04 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,40 Prozent auf 2.519,09 Punkte.

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Hochspannung vor dem ersten Facebook-Kurs

Angesichts des mit Spannung erwarteten grössten Internet-Börsengangs aller Zeiten liefen die Wetten auf den ersten Facebook-Kurs auf Hochtouren. Dieser sollte ursprünglich aber erst gegen 17 Uhr (MESZ) ermittelt werden. Indikationen von Brokerhäusern standen im Vorfeld deutlich über dem Ausgabepreis von 38 US-Dollar, waren jedoch weit gespreizt.

Indes stand aber auch weiter die Krise in der Eurozone im Fokus, nachdem am Donnerstagabend einmal mehr Ratingagenturen mit Abstufungen für Aufmerksamkeit gesorgt hatten. Am Wochenende folgt in Camp David der G8-Gipfel, an dem sich die beteiligten Staats- und Regierungschefs unter anderem über die Euro-Krise beraten werden.

Facebook und seine Alteigentümer nahmen beim Börsengang insgesamt 16 Milliarden Dollar ein. Damit übertrumpft die Emission sogar den Umfang der Börsen-Rückkehr von General Motors aus dem November 2010 geringfügig. Das soziale Netzwerk kommt auf Basis des Ausgabepreises auf einen Marktwert von 104 Milliarden Dollar - aus Sicht von Experten «eine gigantische Bewertung», da das Internet-Unternehmen zuletzt lediglich knapp vier Milliarden Dollar Umsatz machte.

JPMorgan weiter in den Schlagzeilen

Im Bankensektor blieben die Titel von JPMorgan wegen des Milliarden-Spekulationsverlusts in den Schlagzeilen. Laut einem - allerdings offiziell unbestätigten Bericht des "Wall Street Journal" könnte sich der in der vergangenen Woche bekannt gewordene Fehlbetrag aus riskanten Wetten auf fünf Milliarden Dollar erhöhen. Erst am Vortag hatte die Bank die Höhe des Verlusts auf drei Milliarden Dollar nach oben korrigiert. Die Titel büssten am Dow-Ende 2,03 Prozent auf 33,24 US-Dollar ein.

Kräftig um etwas mehr als 10 Prozent nach oben ging es nach Zahlen für die Aktien von Salesforce.com . Die Resultate für das erste Quartal und der Ausblick auf das folgende zweite Jahresviertel hatten die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten übertroffen. Yahoo kletterten an der Nasdaq ferner um 5,58 Prozent. Kreisen zufolge befindet sich der Internet-Konzern in Verhandlungen über einen Rückverkauf erworbener Anteile an der chinesischen Alibaba Group Holding.

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(aho/awp)